Wertentwicklungsanalyse europäischer Rentenfonds: DIT: Party auf den Anleihemärkten neigt sich dem Ende zu

Wertentwicklungsanalyse europäischer Rentenfonds
DIT: Party auf den Anleihemärkten neigt sich dem Ende zu

Die Euroland-Renditen sind auf ein niedriges Niveau gefallen. Dennoch sieht Michael Henkel von der Kölner Oppenheim Capital Management in diesem Jahr "durchaus noch Potenzial für weitere Zinssenkungen" und damit Chancen für zusätzliche Anleihe-Kursgewinne.

HB/vwd FRANKFURT/M. Henkel verantwortet mit dem Spängler SparTrust Europa einen Rentenfonds, der immer mit mindestens 60 % seiner Gelder in der Eurozone investiert ist. Das Produkt der österreichischen Carl Spängler Kapitalanlagegesellschaft, die ihre Fonds grundsätzlich extern managen lässt, erzielte in den vergangenen zwölf Monaten per Ende Januar ein Plus von 9,36 %. Das bedeutet Platz fünf unter 75 europäischen Rentenfonds.

Henkel zufolge können die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen von jetzt 3,9 % noch auf 3,6 % fallen. Seine Erwartung begründet er mit einem "anhaltend schwachen konjunkturellen Umfeld in Euroland". Gut 60 % des Gesamtportfolios sei daher in Rententiteln mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren investiert. Die Laufzeitstruktur des Portfolios habe er bereits im Frühjahr 2002 deutlich verlängert. Dies sei auch ein wesentlicher Grund für das vergleichsweise gute Abschneiden des Spängler SparTrust Europa, da sich Anleihen mit längeren Laufzeiten in einem Umfeld rückläufiger Kapitalmarktzinsen besser entwickelten als Kurzläufer. Positiv zur Performance trug laut Henkel auch die hohe Bonität der Anlagen bei, da Qualitätstitel wie Staatsanleihen von der Flucht vieler Anleger in Qualität profitiert hätten. Auch aktuell sei der Fonds, der immer mindestens 80 % seiner Anlagen im "AAA"-Bereich tätige, nahezu ausschließlich im Bereich der Staatsanleihen und Jumbo- Pfandbriefen mit bester Bonität investiert.

Mit einem Plus von 9,35 % kommt der DIT-Lux Europa Renten "T" auf den sechsten Platz. Wie der Spängler-Fonds investiert auch dieses Produkt der Allianz Dresdner Asset Management (Adam) laut dem gemeinsam mit Ulrich Katz verantwortlichen Fondsmanager Jürgen Jann überwiegend in erstklassige Titel. Regional zeichne sich der Fonds zurzeit durch eine deutliche Übergewichtung bei Euro-Anlagen aus. Rund 90 % der Fondsmittel seien hier investiert, damit sechs Prozentpunkte mehr als es dem Vergleichsmaßstab entspreche. Dies sei ganz wesentlich auf die momentane Stärke des Euro zurückzuführen, die nach Jahren der Euro-Schwäche gegenüber dem US-Dollar vorerst weiter Bestand haben sollte.

Jann zufolge ist es zweifelhaft, ob die Fokussierung auf lange Laufzeiten weiterhin erfolgreich bleibt, zumal die Risiken an den Rentenmärkten mittlerweile höher einzuschätzen seien als die Chancen. "Sollte sich die geopolitische Lage verbessern und die Aktienmärkte wieder einmal freundlicheren Zeiten entgegen sehen, dürften die Rentenmärkte Probleme bekommen". Eine noch weitere Reduzierung der Laufzeitstruktur als bereits vorgenommen sei zurzeit aber nicht geplant. Denn die Party an den Rentenmärkten neige sich zwar ihrem Ende zu. Noch gebe es aber keinen Grund, sich vorzeitig davon zu verabschieden. Neben der schleppenden Konjunktur drohe nämlich auch von Seiten der Inflation kaum Gefahr für bald wieder merklich ansteigende Zinsen.

Quelle: Handelsblatt

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