Wertentwicklungsanalyse europäischer Rentenfonds
Fondsmanager bevorzugen defensive Anleihestrategie

Die Zeiten steigender Kurse vor allem bei länger laufenden Euroland-Anleihen dürften vorbei sein, ist Michael Henkel überzeugt. Der Oppenheim-Fondsmanager argumentiert mit einem nicht zu erwartenden Rückfall in die Rezession.

HB/VWD FRANKFURT/M. Allerdings sei kurzfristig auch mit keiner deutlichen Konjunkturerholung zu rechnen, die zu einem ausgeprägten Zinsanstieg und damit zu fallenden Anleihekursen führen sollte. Vor diesem Hintergrund bleibe die Laufzeitenstruktur in dem von ihm verantworteten Spängler SparTrust Europa A vorläufig "neutral". Das Produkt der österreichischen Carl Spängler Kapitalanlagegesellschaft, die ihre Fonds grundsätzlich extern managen lässt, erwirtschaftete in den vergangenen zwölf Monaten per Ende Juli ein Plus von 6,02 %. Damit belegt es Platz sechs in der Performance-Rangliste europäischer Rentenfonds.

Etwa 80 % der Gelder sind laut Henkel derzeit in Euro-Anleihen investiert. Zur vergleichsweise guten Performanceentwicklung habe der Abbau der Bestände an mittleren Laufzeiten in diesem Währungssegment beigetragen. Im Gegenzug seien die Bestände an Anleihen mit längeren Laufzeiten erhöht worden. In der nächsten Zeit können Anleger seiner Meinung nach mit Euroland-Renten nur noch den Kupon verdienen. Als Grund nennt er die erwartete Seitwärtsbewegung an den Märkten.

In den zurückliegenden Monaten gut profitiert habe der Fonds auch von den Zinsangleichungen in den so genannten osteuropäischen Konvergenzländern an das tiefere Euroland-Renditeniveau. Dem Portfolio seien Festverzinsliche aus den EU-Beitrittskandidatenländern Polen, Ungarn und Tschechien beigemischt worden. Inzwischen sei dieses Engagement, das laut Fondsstatuten insgesamt auf 10 % der gesamten Anlagemittel begrenzt sei, jedoch vor allem durch kürzliche Verkäufe tschechischer Anleihen reduziert worden. "In den osteuropäischen Konvergenzländern haben sich die Zinsen schon recht stark an das Renditeniveau Eurolands angepasst. In Tschechien ist das Potenzial der Einengung der Renditeunterschiede sogar schon nahezu erschöpft", begründet Henkel diese Strategie.

Mit einem Wertgewinn von 5,93 % rangiert der LGT Strategy 2 Years (CHF), ein Produkt der LGT Bank in Liechtenstein, auf Platz sieben. Mindestens 50 % der Anlagen dieses Fonds müssen nach Angaben des verantwortlichen Fondsmanagers, Mamert Risch, immer in Schweizer Franken bzw. Franken-Anleihen angelegt sein. Diese Quote liege derzeit bei 75 %. Das restliche Viertel verteile sich überwiegend auf Anleihen in Euro, US-Dollar und britischem Pfund. Regional liege das Schwergewicht der Investition allerdings in der gemeinsamen europäischen Währungszone.

"In Erwartung einer besseren Wirtschaftsentwicklung im Euroland haben wir eine Übergewichtung dieser Region gegenüber der Schweiz und den USA vorgenommen. Dadurch können wir außerdem vom höheren Zinsniveau in der Eurozone profitieren", erklärt Risch. Darüber hinaus sehe er momentan den größten Zinssenkungsspielraum momentan in der Eurozone.

Für die Schweiz gelte, dass sie nicht nur mit der wirtschaftlichen Flaute, sondern auch mit einer starken heimischen Währung zu kämpfen habe. Allerdings dürfte die Schweizer Nationalbank weitere Zinssenkungen vornehmen, falls die Frankenstärke gegenüber dem Euro anhalte.

Angesichts der weltpolitischen Lage bevorzuge er Anleihen von Staaten, öffentlich-rechtlichen Körperschaften sowie von supranationalen Emittenten. Rund 94 % der Fondsmittel steckten in Titeln mit besten Ratings von "AAA" oder "AA". Der Anteil der Unternehmensanleihen sei zurzeit recht gering. Dies habe sich positiv auf die Fondsperformance ausgewirkt, da die Renditedifferenzen zwischen Unternehmensanleihen und Staatstitel in den vergangenen Wochen erneut angestiegen seien, was zu Kursverlusten bei Unternehmensanleihen geführt habe. "Erst bei einem nochmaligen deutlicheren Auseinandergehen dieser so genannten Spreads dürften Firmenanleihen wieder interessant werden", betont Risch.

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