Wertentwicklungsanalyse europäischer Rentenfonds
Manager von Rentenfonds bevorzugen kurze Laufzeiten

An der Richtung der Zinsen scheiden sich derzeit die Geister.

FRANKFURT/M. Einige Rentenfondsmanager sehen mit Blick auf das schwache Wirtschaftswachstum und die niedrigen Inflationsraten in Europa noch Spielraum nach unten. Dagegen geht Phillipe Junod von relativ deutlich ansteigenden Zinsen aus. "Ich sehe die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen aufgrund einer sehr leichten Konjunkturerholung in Europa Ende 2003 bei 5,0 oder sogar 5,5 Prozent." Junod will deshalb die Laufzeitenstruktur des von im gesteuerten W&W International Funds - Wüstenrot Europarent verkürzen. Dahinter steckt die Überlegung, dass kürzere Anleihen normalerweise mit geringeren Kursabschlägen auf ansteigende Zinsen reagieren als lang laufende Zinspapiere.

In den zurückliegenden zwölf Monaten erzielte der von Junod gemanagte Fonds per Ende September einen Wertzuwachs von 8,45 Prozent und belegt damit Platz fünf der Performance-Rangliste europäischer Rentenfonds. Auch für die weiteren Performanceaussichten bleibt der Manager recht zuversichtlich. "Allein durch die Laufzeitenbegrenzung von fünf Jahren bei Papieren der osteuropäischen Konvergenzländer ist der Fonds automatisch kürzer ausgerichtet als etliche Konkurrenzprodukte. Das erweist sich bei steigenden Zinsen als Vorteil", betont Junod. Zudem halte er Rentenanlagen in Polen, Ungarn und Tschechien angesichts der Renditevorteile gegenüber vergleichbaren Euro-Anleihen nach wie vor für interessant. Deshalb könne er sich vorstellen, die aktuelle Osteuropa-Position von derzeit zusammen etwa 15 Prozent noch etwas weiter auszubauen. Gut im Auge behalten müsse man dabei aber die jeweilige Währungsentwicklung.

Auch Werner Schinnerl, Fondsmanager bei der österreichischen Volksbanken Kapitalanlagegesellschaft (KAG), rechnet im nächsten Jahr mit einer moderaten Wirtschaftserholung in Europa und damit auch wieder mit etwas ansteigenden Renditen. Deshalb fährt er seinen Volksbank-Europa-Rentenfonds mit einer gegenüber der Benchmark leicht kürzeren Laufzeitenstruktur. Ergebnis: Die Ein-Jahres-Performance beträgt 8,10 Prozent.

Positiv gestimmt ist Schinnerl, vor allem unter Währungsgesichtspunkten für britische Rententitel. "Das Pfund hat noch etwas Aufwertungspotenzial", meint er und verweist darauf, dass Großbritannien in der Vergangenheit immer versucht habe, mit einem starken Pfund in ein Währungssystem einzutreten.

Im Unterschied zu Junod, der dem W&W-Fonds vorläufig keine Unternehmensanleihen beimischen will, finden sich im Volksbank-Produkt auch einige Unternehmenspapiere. Insgesamt machen sie derzeit rund 10 Prozent des Fondsvolumens aus. Dieses Engagement hat Schinnerl angesichts der schlechten Entwicklung dieser Titel zuletzt etwas an Performance gekostet. Der Manager betont allerdings, dass davon auszugehen sei, "dass sich Unternehmensanleihen künftig im Einklang mit einer besseren konjunkturellen Entwicklung ebenfalls wieder besser entwickeln werden". Deshalb werde er diese Position beibehalten.

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