Wertentwicklungsanalyse europäischer Rentenfonds
Schwedische Anleihen als Beimischung

Union-Investment-Fondsmanager Michael Krautzberger ist trotz zuletzt besserer Nachrichten von der Konjunkturfront optimistisch für Anleihen aus dem Euroraum gestimmt.

HB/vwd FRANKFURT/M. Er kann sich gut vorstellen, dass die Langfristrenditen im Jahresverlauf von ihrem aktuellen Niveau aus wieder etwas sinken. "Die Rentenmärkte haben den Wirtschaftsaufschwung zum großen Teil schon in den Kursen verdaut", sagt der Manager der zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehörigen Union Investment.

Krautzberger betreut den Uni Europa Renta, einen der zehn größten europäischen Rentenfonds. Mit einem Zwölfmonats-Wertgewinn per Ende Januar von 6,94 % liegt er unter den "Großen" relativ weit vorne, unter allen 85 europäischen Rentenfonds auf Rang zehn.

Im Jahresverlauf hält Krautzberger nach eigenen Angaben einen Rückgang der Renditen zehnjähriger Euroland-Staatsanleihen von aktuell rund 5 % auf bis zu 4,5 % für wahrscheinlich. Deshalb warte er auf einen günstigen Zeitpunkt, die momentan neutrale Laufzeitenstruktur des Euroland-Anteils, der aktuell rund 76 % des Gesamtportfolios ausmache, wieder etwas zu verlängern. Denn länger laufende Anleihen profitierten von einem Zinsrückgang stärker als Titel mit kürzerer Laufzeit. Am britischen Rentenmarkt gewichte er Pfund-Anleihen mit insgesamt 12 % unter.

Seiner Meinung nach dürfte in Schweden die Aussicht auf einen baldigen Beitritt zur Währungsunion die schwedische Krone weiter befestigen. Weil zudem auch das schwedische Zinsniveau zuletzt wieder attraktiver geworden sei, plane er, sein Schweden-Kronen-Engagement von aktuell gut 3 % noch etwas aufzustocken.

Daneben nutze er auch die Chancen, die Anleihen in lokaler Währung von osteuropäischen EU-Beitrittskandidaten sowie Unternehmensanleihen böten. Diese Engagements seien jedoch immer auf kleinere Beimischungen beschränkt. In polnischen Zloty- und ungarischen Forint-Anleihen, die sich in den vergangenen Monaten als Renditebeschleuniger innerhalb eines europäischen Rentenportfolios erwiesen hätten, steckten derzeit jeweils 3 %. Auf Unternehmensanleihen entfielen 12 % der Fondsmittel.

Mit einer Performance von 6,87 % belegt der DekaLux-Bond Platz elf im Gesamtklassement. Der Fonds der zur Sparkassenorganisation gehörenden Deka Investment hat laut dem verantwortlichen Deka-Fondsmanager Wolfgang Zecha rund 6 % der ihm anvertrauten Mittel in Anleihen aus Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei investiert, die auf die jeweilige Landeswährung lauten. Er betont, die Quote noch um bis zu drei Prozentpunkte auszubauen zu wollen, wenn sich günstige Einstiegsniveaus an diesen Märkten bieten würden. Denn er sei überzeugt, dass der Prozess der Zinsangleichung bei den EU-Beitrittskandidaten an das tiefere Euroland-Niveau weiter voranschreiten werde.

Für besonders attraktiv halte er derzeit auch schwedische und dänische Anleihen, in denen er zurzeit mit 7 % bzw. 8 % investiert sei. Die Schwedenkrone sei, obwohl sie sich zuletzt schon deutlich von ihrem Tief erholt habe, weiter als unterbewertet anzusehen. Zudem böte der Rentenmarkt des Landes Zinsphantasie.

Am Euroland-Rentenmarkt, wo regelmäßig 50 bis 60 %, und aktuell 55 % der Fondsmittel investiert seien, halte er insbesondere mittlere und lange Laufzeiten für interessant. Am britischen Rentenmarkt seien knapp 18 %, in Unternehmensanleihen regelmäßig zwischen 10 und 15 % der Fondsmittel investiert.

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