Wertentwicklungsanalyse für deutsche Standardwerte
Bayer ist der Aktienfavorit im Bär-Portfolio

An der deutschen Börse müssen die Anleger Geduld mitbringen. Das glauben die hier zu Lande investierenden Fondsmanager. Sie rechnen noch nicht mit einer neuen Aufwärtsbewegung. Bevor es dazu kommt, könnten ihrer Meinung nach die Kurse noch einmal nach unten gehen.

HB FRANKFURT/M. Fondsmanager Hanspeter Schupp rechnet für die nächste Zeit mit stark schwankenden Kursen am deutschen Aktienmarkt. Auf die Kurserholung seit Ende September vergangenen Jahres dürfte die Börse erst einmal eine Verschnaufpause einlegen, bevor die Kurse wieder freundlicher würden. "Deshalb habe ich meine zweiprozentige SAP-Position vollständig verkauft und dafür stark Fresenius Medical Care gekauft", erklärt der Julius-Bär-Fondsmanager seine vorerst defensivere Vorgehensweise. Er verwaltete den JB Multistock Value Stock Fund-German B, der in den 12 Monaten per Ende Februar mit einem Wertverlust von 11,66 % Rang sechs unter den 96 in deutsche Standardwerte investierenden Aktienfonds belegt (Tabelle).

Schupp stellt bei seiner Aktienauswahl den Substanzgedanken ("Value") in den Vordergrund. Entscheidend für die Auswahl der Aktien für das von ihm verantwortete Portfolio ist seinen Angaben zufolge ein im Vergleich zum Buchwert des Unternehmens niedriger Aktienkurs. Deshalb sei die Bayer-Aktie sein Topp-Favorit mit einem Anteil von knapp 9 % am Fondsvermögen. "Der gesamte Konzern wird an der Börse mit etwa 28 Mrd. Euro bewertet, obwohl allein der Wert der Pharmasparte 20 Mrd. beträgt", betont Schupp. Deutlich übergewichtet habe er auch den MDax-Wert Buderus. Der Heizungsbauer zeichne sich durch eine konservative Bilanzierungspraxis aus und sei mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 16 "extrem moderat" bewertet.

Auf den ersten Blick überrascht dagegen die Präsenz des Titels vom Neuen Markt Rofin Sinar. Der Laser-Spezialist sei am Buchwert bewertet und konservativ geführt. Zudem zeichne sich die ehemalige Siemens-Tochter ebenfalls durch vorsichtige Bilanzierung aus, schwärmt Schupp. Aktien des Herstellers von Dialysegeräten Fresenius Medical Care habe er aufgrund der ungerechtfertigt hohen Kursabschläge gekauft. Der Titel sei mit über 2 % gewichtet. Aus Gründen der Risikostreuung berücksichtige er auch Werte aus dem Deutschen Aktienindex (Dax), erklärt Schupp. Daraus resultiere die hohe Gewichtung der nicht so günstig bewerteten Titel der Münchener Rück mit 7 % und der Allianz mit 5 %.

Einen auf den Gesamtmarkt ausgerichtete Anlagestrategie verfolgt dagegen die bankenunabhängige deutsche Kapitalanlagegesellschaft Alte Leipziger Trust beim Alte Leipziger Trust Fonds A, der mit-13,72 % auf Platz neun kommt. "Um den Aktienmarkt repräsentativ abzubilden, konstruieren wir das Portfolio aus den 30 Werten im Dax und aus den zehn größten Titeln im MDax", erklärt der Geschäftsführer der Alte Leipziger Trust, Arno Fred Ensminger. "Wir betreiben keine Einzeltitelauswahl, sondern folgen dem Trend an den Aktienmärkten. Die Outperformance wollen wir über die Steuerung der Barquote erzielen", erklärt er.

Aktuell habe das Management die Cashquote auf 14 % erhöht. Das verwendete charttechnische Modell signalisiere eine unmittelbar bevorstehende Konsolidierung, die den Dax auf bis zu 5 100 Punkte drücken könnte. Danach könne der Markt bis auf 6 500 anziehen. Optimistisch stimme ihn, dass die Konjunktur wieder an Fahrt gewinne.

Die wichtigsten Titel im Depot seien entsprechend der Gewichtung der Dax-Titel Allianz, Deutsche Telekom, Siemens und Münchener Rück mit jeweils - teilweise deutlich - über 5 % Anteil.

Ali Masarwah, vwd

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