Wertentwicklungsanalyse für japanische Standardwerte
Julius Bär setzt auf Matsushita Electric

In Portfolios mit japanischen Aktien entscheidet die Einzelwertauswahl über Erfolg oder Misserfolg. Derzeit nehmen die Anlagestrategen besonders Aktien unter die Lupe, die nahe am Buchwert notieren.

HB/vwd FRANKFURT/M. Fondsmanager Marcel Marentini zählt Matsushita Electric Industries und TDK zu seinen Favoriten. Seine Begründung: Die Aktien der Firmen notierten nahe am Buchwert, also nahe ihrem tatsächlichen Vermögenswert - nicht zu einem Vielfachen davon. Die Strategie des Fondsmanagers der schweizerischen Gesellschaft Julius Bär scheint erfolgreich zu sein. Mit dem JB Multistock - Japan Leading Stock Fund liegt er dank eines moderaten Wertverlustes von 13,75 % per Ende April unter 114 Aktienfonds für japanische Standardwerte auf dem zweiten Rang.

Nach Einschätzung von Marentini kann eine Trendwende an der Tokioter Börse nur stattfinden, wenn sich die Unternehmen stärker auf die Steigerung des Shareholder Value konzentrieren. Gegenwärtig erwirtschafteten japanische Firmen eine niedrige Eigenkapitalrendite von durchschnittlich knapp einem Prozent, sagt der Experte. Für Anleger sei es allerdings nicht sehr interessant, für solche Unternehmen das Zwei-, Drei- oder gar Vierfache des Buchwertes zu zahlen.

Mit einem Anteil von über 5 % gehöre der Elektronikriese Matsushita Electric Industries zu den größten Positionen des Fonds. Das Unternehmen, zu dessen Marken unter anderem Panasonic gehört, notiere auf Grund schwacher Unternehmenskennzahlen in den vergangenen Jahren derzeit ungefähr zum Buchwert. Nun habe Matsushita Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt, die zu einer Verbesserung dieser Zahlen führen könnten, so Marentini. Ein weiterer Restrukturierungskandidat ist seines Erachtens der Speichermedienhersteller TDK - mit einem Portfolioanteil von über 9 % das Schwergewicht des Fonds. Unter den zehn größten Positionen seien ebenfalls Nintendo, Mabuchi Motors, Canon oder der Versicherungskonzern Mitsui Marine & Fire Insurance zu finden.

Mit einem Wertverlust von 15,59 % landet der Schroder ISF-Japanese Equity A auf Platz vier. "Wir suchen Gesellschaften, die ein starkes Wachstumspotenzial bieten, beispielsweise mit Preisvorteilen oder einer außergewöhnlichen Marktstellung, die nur schwer von Konkurrenten übertroffen werden kann." So beschreibt Fondsmanagerin Fumiko Roberts von der britischen Investmentgesellschaft Schroder Investment Management ihren ebenfalls auf Einzelwerte ausgerichteten Investmentansatz.

Durch Verkäufe des Versorgers Tokyo Electric Power und des Baukonzerns Sekisui House habe sie ihre Engagements in defensiven Branchen reduziert. Im Gegenzug seien Positionen in Titeln aufgestockt worden, die ihrer Einschätzung nach von einer Verbesserung der Binnenkonjunktur beflügelt werden sollten. Dazu zählt sie den Papier- und Zellstoffproduzenten Nippon Unipac Holding und das im Sektor Industrieautomaten für den Maschinen- und Anlagenbau engagierte Unternehmen Omron.

Interessant findet Roberts nach eigenen Angaben Versicherungs- und Pharmawerte, da diese im Vergleich zu internationalen Konkurrenten günstig bewertet seien. Mit über 3 % Depotanteil gehöre der Pharmatitel Takeda Chemical Industries zu den größten Positionen.

Quelle: Handelsblatt

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