Wertentwicklungsanalyse gemischter Fonds mit offensiver Anlagestrategie
Fondsmanager gehen auf Nummer sicher

Momentan gehen die Fondsmanager auf Nummer sicher und bevorzugen Anleihen. Auch im Aktienbereich suchen die Strategen nach weniger anfälligen Titeln, etwa aus dem Pharmasektor. Technologietitel werden nach wie vor vernachlässigt.

HB/vwd FRANKFURT/M. Die Zitterpartie an den Aktienmärkten ist noch nicht vorüber, ist sich Annette Lehneke-Sharma von der Allianz Asset Management sicher. Deshalb konzentriert sich die Fondsmanagerin im von ihr verwalteten Allianz Flexi Euro Wachstum stärker auf die wertstabileren Anleihen. Mit einer Zwölfmonats-Wertentwicklung per Ende Oktober von 38,23 % kommt der Fonds unter 47 gemischten Portfolios mit offensiver Anlagepolitik auf den zweiten Platz (siehe Tabelle). "Offensiv" bedeutet, dass diese Fonds sich grundsätzlich stark auf Aktien konzentrieren. Der Allianz-Fonds kommt in der Regel auf eine Aktien/Renten-Mix von 70/30 Prozent. Dies entspricht dann einer neutralen Position im Verhältnis zu seinem Vergleichsindex.

Um die Auswirkungen der Börsenstürme der zurückliegenden Monate abzufedern, senkte die Allianz-Managerin nach eigenen Angaben zum einen ihre Aktienquote leicht auf 67 %. Zum anderen veränderte sie rigoros die Fondsstruktur, wie sie erklärt. So sei sie Ende 1999 noch stark in den damaligen Börsen-Highflyern aus den Sektoren Technologie, Medien und Telekommunikation investiert gewesen. Bereits ab März habe sie den Anteil der als defensiv geltenden Sektoren Pharma, Nahrungsmittel und Finanzen sowie den Energiebereich zulasten ihrer bisherigen Lieblinge stark ausgebaut: "Beispielsweise durch Zukäufe bei Aventis, Unilever oder Royal Dutch."

Der Rest der Fondsgelder sei in Rentenpapieren angelegt. Die etwas höhere Gewichtung der Renten im Vergleich zur neutralen Quote habe sich positiv auf die Performance ausgewirkt, bemerkt die Managerin. Tim Haaf, der das Rentenportfolio des Allianz-Fonds manage, setze vor allem auf längere Laufzeiten, die von den leichten Zinssenkungen besonders profitiert hätten.

High-Tech-Werte könnten wieder ins Spiel kommen

Auch Lehneke-Sharma will an ihrer derzeitigen Ausrichtung des Aktienportfolios vorerst noch festhalten. Erst wenn sich die von ihr erwartete sanfte Landung der US-Konjunktur bestätige, und sich zudem die Hoffnung am Markt festige, dass die amerikanische Notenbank zu einer baldigen Zinssenkung bereit sei, will sie nicht nur die Aktienquote wieder anheben, sondern auch einen erneuten Favoritenwechsel hin zu ihren alten Lieblingen aus dem High-Tech-Segment vornehmen. "Eine Zinssenkung in den USA, mit der ich rechne, würde gerade den zuletzt arg gebeutelten Aktien aus dem Technologie-, Medien- und Telekom-Bereich wieder Rückenwind geben", sagt die Fondsmanagerin.

Weiter zur Vorsicht bei High-Tech-Werten rät Harald Staudinger. Der Fall der Kurse gerade im Technologiebereich dürfte anhalten, weil die Abkühlung der globalen Wirtschaft noch nicht vollständig in den Kursen dieser Aktien enthalten sei, sagt der Fondsmanager. Er zeichnet für den mit +30,39 % auf Platz sechs rangierenden Activest Vorsorge-Fonds verantwortlich.

Activest nimmt bei den Ölwerten Gewinne mit

Der als Altersvorsorge-Produkt konzipierte Fonds der Hypovereinsbank-Fondsgesellschaft Activest lege weltweit, jedoch mit Schwerpunkt in Europa, in der Regel im Verhältnis 80/20 in Aktien und Renten an. Momentan sei der Fonds mit gut 75 % - und damit in vergleichsweise geringem Maße - in Aktien investiert.

Staudinger reagierte nach seiner Darstellung recht früh auf die sich abschwächende Konjunktur. Ende des ersten Quartals habe auch er die bis dahin von ihm favorisierten Telekom - und Technologiewerte in großem Umfang verkauft. Im Gegenzug sei er vor allem bei Pharma-, Finanz- und Energieaktien eingestiegen, von denen er sich aber teilweise wieder zurückziehe. Gewinne habe er bereits bei einigen Ölwerten mitgenommen. Wieder reduzieren will er auch seinen relativ hohen Anteil an Bankaktien, denn er wittert Ertragsprobleme beispielsweise angesichts der türkischen Finanzkrise.

Mit rund 21 % der Gelder sei er in Anleihen investiert, vor allem Euro-Titel. Das Umfeld für Anleihen insgesamt schätzt Staudinger positiv ein: "Die Rentenmärkte werden von der weiter an Schwung verlierenden Konjunktur profitieren."



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