Wertentwicklungsanalyse global anlegender Rentenfonds
Fondsmanager meiden US-Dollar-Währungsrisiken

Obwohl der Dollar schon deutlich gegenüber dem Euro an Wert verloren hat, rechnen die Manager von weltweit anlegenden Rentenfonds mit weiteren Kursverlusten der US-amerikanischen Landeswährung. Sie haben ihre Engagements in auf Dollar lautenden Anleihen mit Devisen-Termingeschäften abgesichert.

HB/vwd FRANKFURT/M. "Ein Ende der Dollarschwäche ist noch nicht abzusehen", sagt Andre Bischoff, Rentenfondsmanager bei der Investmentgesellschaft des Gerling Versicherungskonzerns. Er betreut den Kapitalfonds Prozins, der in den vergangenen zwölf Monaten per Ende Mai einen Wertzuwachs von 5,57 % erzielt hat und damit Platz vier in der Wertentwicklungsrangliste international anlegender Rentenfonds belegt.

Aktuell ist das Gerling-Produkt laut Bischoff mit rund 6 % in US-Dollar-Anleihen investiert. Das Währungsrisiko des Engagements habe er schon vor einiger Zeit vollständig abgesichert. Dies sei der Wertentwicklung des Fonds zugute gekommen. Vollständig durch Devisentermingeschäfte gesichert seien auch die rund 8 % des Fondsvolumens, die im polnischen Zloty investiert sind. Die Währung war zuletzt wie der Dollar gegenüber dem Euro unter Druck geraten. Nicht geschützt sei hingegen das Währungsrisiko, das in der Forint-Position von rund 2 % stecke. Die ungarische Landeswährung halte sich vergleichsweise stabil. Interessant ist laut Bischoff das Engagement am ungarischen Rentenmarkt aufgrund des Zinsvorsprungs gegenüber dem weiter niedrigen Zinsniveau in Euroland.

Zum großen Teil sei der Fonds jedoch nicht in Fremdwährungsanleihen investiert, sondern in an einer inländischen Börse notierten Inhaberschuldverschreibungen. Damit bestehe das Gros des Portfolios aus Euro-Anleihen, die kein Währungsrisiko beinhalteten. Neben in- und ausländischen Bankschuldverschreibungen, beispielsweise von der früheren Deutschen Hypothekenbank Depfa (heute Aareal) oder der Dexia Hypothekenbank, befänden sich im Portfolio auch Unternehmensanleihen, etwa von AT&T oder RWE. Auch in Genussscheine, etwa von der IKB Deutsche Industrie- und Kreditbank sowie der Württembergischen Hypothekenbank, ist der Fonds Bischoff zufolge investiert.

In Erwartung eines schwächeren Dollars haben Klaus Lehmayer und Oliver Heck das US-Dollar-Engagement in dem von ihnen gemeinsam betreuten Rentima Global bereits Anfang des Jahres vollständig gegen Währungsverluste abgesichert. Diese Entscheidung hat laut Lehmayer nicht unwesentlich zum Zwölf-Monats-Plus von 4,98 % beigetragen. Mit diesem Ergebnis belegt das stark in Staatsanleihen aus den sieben größten Industrieländern anlegende Produkt der zur Mannheimer Versicherung gehörenden Mannheimer Asset Management Platz acht der Tabelle.

Momentan sind rund 30 % des Fondsvermögens in US-amerikanischen Staatsanleihen, so genannten Treasuries, investiert. Die Absicherung des Dollarrisikos durch Devisentermingeschäfte werde vorerst nicht aufgelöst. "Noch scheint uns der Aufwärtstrend des Euro intakt", sagt Lehmayer. Die übrigen Fondsmittel verteilten sich auf Staatstitel aus Deutschland mit 21 %, Frankreich mit 15 %, Italien mit 12 %, Irland mit 5 %, Schweden mit 9 %, Großbritannien mit 4,5 % und Kanada mit 2 %. Das Engagement in der schwedischen Krone, welche die jüngste Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar nur zum Teil mitvollzogen und seit März gegenüber dem Euro erneut leicht an Wert verloren habe, solle eventuell weiter aufgestockt werden, sagt Lehmayer. Mit erneuten Kursgewinnen der schwedischen Krone gegenüber dem Euro sei zu rechnen.

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