Wertentwicklungsanalyse internationaler Aktienfonds
Internationale Aktienfonds: Philip Morris und Lufthansa sind preisgünstig

"Unternehmensbewertung hat nichts mit Intuition zu tun", ist Vermögensverwalter Frank Lingohr überzeugt. Um bei seinen Entscheidungen über Aktienkäufe und-verkäufe Emotionen keine Chance zu geben, verlässt er sich nach eigenen Angaben auf eine systematische computergestützte Auswahlmethode.

25.09.2001 HB/vwd FRANKFURT/M. Auf deren Basis berät Lingohr das Fondsmanagement des Lingohr-Systematic-BB-Invest. In einem äußerst schwierigen Börsenumfeld erwirtschaftete dieses Produkt der BB-Invest, einer Tochter der Bankgesellschaft Berlin, im Zwölfmonatszeitraum bis Ultimo August einen Verlust von 7,14 %. Dieses Ergebnis bedeutet immerhin noch Platz zehn unter 264 internationalen Aktienfonds.

"Wir wissen, dass wir Modelle konstruieren können, mit denen wir unterbewertete Aktien auswählen, die langfristig eine überdurchschnittliche Performance haben", beschreibt Lingohr das Konzept. Er vertraue in jedem Land auf diejenige Anlageregel, mit der die besten Ergebnisse zu erzielen gewesen seien. So hätten seine Untersuchungen ergeben, dass hier zu Lande der innere Wert eines Unternehmens den Aktienkurs entscheidend beinflusse. In ähnlicher Weise werde in Frankreich stark auf die Höhe der Dividendenrendite geachtet. Die aussichtsreichsten Aktien würden anschließend noch einmal genau unter die Lupe genommen.

In den USA habe das Modell beispielsweise den Tabakkonzern Philip Morris oder das Müllentsorgungsunternehmen Waste Management ausgewählt. Ebenfalls im Portfolio seien inzwischen die Technologietitel Oracle und Sun Microsystems, deren Kurse allerdings in jüngster Zeit spürbar nachgegeben hätten. Im Deutschlandteil des Portfolios befänden sich etwa die Dax-Titel Deutsche Bank und Lufthansa. Dazu kämen einige Nebenwerte wie der Düngerproduzent Kali & Salz oder der Hersteller von Flaschen-Abfüllmaschinen Krones.

Bewertung der Aktienmärkte unterschätzt

Mit einem Zwölfmonatsminus von 66,78 % landet der RWS-Wachstumsfonds-MI von Metzler auf dem drittletzten Platz 262. "Wir haben zu Jahresanfang die Bewertung der Aktienmärkte unterschätzt", räumt Fondsmanagerin Carmen Weber ein. Nachdem sie lange an einer hohen Quote von Technologieaktien festgehalten habe, seien erst im August Papiere aus diesem Segment verkauft und im Gegenzug eine Kassenposition von rund 10 % aufgebaut worden. Dieses Cash-Polster soll bei weiteren Verlusten in "gefallene Engel" wie den finnischen Handy-Weltmarktführer Nokia und in Papiere aus defensiven Wachstumsbranchen investiert werden. Um den Fonds etwas defensiver zu strukturieren, habe sie schon im Mai die Portfolioquote der Pharmawerte von 20 auf aktuell 25 % erhöht. Zugekauft habe die Metzler-Fondsmanagerin unter anderem bei den US-Branchenriesen Merck und Pfizer sowie beim deutschen MDax-Wert Altana.

Innerhalb des 18-prozentigen Technologieteils rechnet Weber nach eigenen Angaben bei den US-Chipproduzenten Intel und Texas Instruments zuerst mit einer Kurserholung. Im Softwarebereich stehe sie zum Dax-Unternehmen SAP, das ihres Erachtens besser positioniert ist als je zuvor. "Das Gröbste liegt nun hinter uns", analysiert Weber die Börsenlage nach den Anschlägen in den Vereinigten Staaten. Einen neuerlichen Aufschwung noch in diesem Jahr hält sie aber für unwahrscheinlich.

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