Wertentwicklungsanalyse internationaler Aktienfonds
Philip Morris gilt als Top-Aktie

Trotz anhaltend trüber Stimmung an den Börsen machen einige Strategen mit Gewinnen von sich reden. Experten von Morgan Stanley setzen weiterhin auf Titel aus den traditionellen Industriebereichen. Sie fahren damit ansehnliche Gewinne ein. Konsumgüterwerte zählen zu ihren Favoriten.

HB/vwd FRANKFURT/M. Er setzt auf Konsumgüter, weniger auf Technologie- und Finanzwerte: Nicholas Tingley. Der Aktienexperte bei Morgan Stanley Dean Witter (MSDW) ist darüber hinaus in seiner Einschätzung der weltweiten Konjunktur pessimistischer als viele andere Fondsexperten. Beides scheint sich bisher auszuzahlen. Tingley berät das MSDW-Team, das verantwortlich ist für den Morgan Stanley-Global Value Equity Fund. Das Produkt kommt dank einer Zwölfmonats-Wertgewinns per Ende Juni von 17,76 % auf Rang drei unter insgesamt 251 weltweit anlegenden Aktienfonds.

Tingley: "Die US-Wirtschaft leidet an struktureller Unausgeglichenheit und lässt sich nicht kurzfristig ins Lot bringen. Ich rechne ebenso wie in Japan mit einer längeren Schwächephase." 44 % der Fondsgelder seien in US-Aktien investiert, was gegenüber dem weltweiten Aktienindex eine Untergewichtung darstelle. Für die Eurozonentitel - im Fonds mit über 17 % vertreten und somit leicht übergewichtet - ist Tingley weniger pessimistisch.

Große Vorliebe für preiswerte Titel

Zu größeren Umstrukturierungen im Fonds werde es trotz der verhaltenen Prognose nicht kommen. Schnelle Gewinne seien nicht das Ziel des Fondsmanagement-Teams um Frances Campion. Gefragt seien vielmehr "unterbewertete Unternehmen mit bester Perspektive". Als größte Positionen im Portfolio nennt er Aventis und Philip Morris mit jeweils rund 3 % Anteil sowie Nestlé mit 2 %.

Nur knapp 7 % der Fondsgelder entfielen auf Aktien aus dem Technologie-, rund 14 % auf Titel aus dem Finanzbereich. Mit diesen Gewichtungen liege das MSDW-Produkt deutlich unter den Vergleichswerten der Index-Messlatte. Dafür setze er mit 19 % besonders auf starke Marken aus dem Konsumgüterbereich. "Essen und Trinken müssen die Leute immer", spielt Tingley auf das Engagement bei Philip Morris und deren Tochter Kraft Foods oder bei Cadburry Schweppes an.

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt Sven Krause von der Bankgesellschaft Berlin Investment, der BB-Millenium-Invest verwaltet. Er setze derzeit zu knapp 36 % auf Werte aus den Bereichen Informationstechnologie und Multimedia; 25 % entfielen auf Telekommunikationswerte. Dazu gesellten sich Quoten von 14 % für den Bereich Life Science, 9 % für den Umweltsektor und fast 6 % für Life Style. Auf Finanzdienstleistungen entfielen 10 %. Allerdings hat Krause nach eigenener Darstellung die Gewichtung bei Finanzdienstleistungen, bei Life Science und Life Style zuletzt reduziert. Stark im Kommen sei hingegen der Bereich Umwelt.

Technologiebereich wird zur Belastung

Das starke Technologie-Engagement ist auch für die schlechte Performance verantwortlich: -44,79 % bedeuten den drittletzten Platz im Konkurrenzvergleich. Die High-Tech-Orientierung spiegelt sich laut Krause im Fondsaufbau wider. WorldCom mit 4 %, Microsoft und AOL Time Warner mit je 3 % bildeten die wichtigsten Positionen. "70 % der Gelder sind in Standardwerten, 30 % in innovativen Wachstumswerte aus den europäischen Neuen Märkten investiert", lautet Krauses Rezept.

Zwar habe er im Oktober/November 2000 das Portfolio sukzessive umgebaut. Doch das hätte "noch schneller" passieren können, räumt er ein. Dem Umbau seien auch Neue-Markt-Titel zum Opfer gefallen, "weil der Wachstumsmarkt an Ansehen verloren hat und die Managementqualitäten sehr zum Wünschen übrig lassen". Doch Aixtron halte er die Treue: "Wir trauen dem Management viel zu." Auch Qiagen seien - den negativen Analystenkommentaren zum Trotz - im Portfolio verbleiben.

Ausbauen will Krause den Anteil der US-Unternehmen von jetzt 46 % auf 50 %. Ausschlaggebend dafür ist die sich seiner Meinung nach andeutende Erholung der US-Wirtschaft. Er wolle dann Titel aus der Telekombranche kaufen: "Diese sind noch günstiger bewertet als die europäischen Telekomwerte."

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