Wertentwicklungsanalyse offener Immobilienfonds
Anlagestrategen kaufen Objekte in Paris und Brüssel

Offene Immobilienfonds sind bei Anlegern nach wie vor sehr beliebt und verzeichnen teilweise recht hohe Mittelzuflüsse. Bis die Fonds das Geld in Immobilien mit attraktiven Renditen stecken, können die Anlageprofis diese Liquidität momentan nur vergleichsweise niedrig-rentierlich am Geld- und Rentenmarkt anlegen - möglicherweise eine Belastung für die Performance.

HB/vwd FRANKFURT/M. Um die Liquiditätsquote gering zu halten und stets nur so viele Mittel zu akquirieren, wie für anstehende Immobilieninvestitionen benötigt werden, setzt Hans-Joachim Kleinert beim KanAm Grundinvest Fonds auf eine besondere Strategie. "Wir steuern in Zusammenarbeit mit ausgesuchten Banken und Finanzdienstleistern die Mittelzuflüsse so, dass die Kundengelder erst kurz vor dem Kauf geeigneter Objekte zur Verfügung stehen", erläutert der Geschäftsführer der KanAm Grund Kapitalanlagegesellschaft. Mit einer Zwölfmonatsperformance per Ende März von 8,77 % führt der Fonds die Liste der 19 offenen Immobilienfonds an.

Laut Kleinert setzt sich das Liegenschaftsportfolio seines Fonds derzeit aus sieben Immobilien zusammen. Am Ende des Jahres sollen es zwölf sein. Da seines Erachtens in Deutschland bei Büroobjekten mit langfristigen Mietverträgen in guten Lagen die Kaufpreise relativ hoch und zudem die steuerlichen Rahmenbedingungen im Ausland besser sind, werde sich der Fonds weiter ausschließlich auf die internationalen Märkte konzentrieren. Rund 75 % des Immobilienvermögens seien zurzeit in Europa investiert. Gute Objekte finde er vor allem in Paris, dem größten kontinentaleuropäischen Büroimmobilienmarkt. Im März habe er bereits das dritte Objekt in der Seine-Metropole erworben. "Paris ist neben London und Washington ein wichtiges Standbein des Fonds, und wir werden dort mit Sicherheit weiter kaufen", sagt der KanAm-Experte.

Mit einer Wertentwicklung von 4,34 % landet der Hansaimmobilia der zur Versicherungsgruppe Signal Iduna gehörenden Fondsgesellschaft Hansainvest auf Platz zehn. "Wir haben uns in den vergangenen Monaten ganz bewusst mit Ankäufen zurückgehalten", beschreibt Hansainvest-Geschäftsführer Gerhard Gminder die Strategie seines offenen Immobilienfonds. Der freie Liquiditätsanteil am Fondsvermögen liege jetzt bei 25 %.

"Im zweiten Halbjahr werden wir Chancen für Neu-Investitionen nutzen", sagt Gminder. Dabei werde sich der Fonds insbesondere im europäischen Ausland engagieren. Schließlich soll mittel- bis längerfristig der Anteil der Auslandsengagements am Liegenschaftsportfolio von derzeit rund 30 % auf 40 bis 50 % erhöht werden. Als interessanten Standort für künftige Käufe nennt der Fachmann die bislang mit knapp 7 % gewichtete belgische Hauptstadt Brüssel mit ihrer stabilen Büroflächennachfrage. Auf Grund der vermieterfreundlichen Rahmenbedingungen, der Transparenz sowie der Größe und Liquidität des Marktes rücke auch die aktuell mit 17 % im Portfolio vertretene britische Finanzmetropole London wieder in den Fokus.

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