Wertentwicklungsanalyse offensiv anlegender Dachfonds
Bank von Ernst setzt auf Europa

Für Daniel Weber bieten die europäischen Aktienmärkte derzeit interessantere Anlageperspektiven als die US- Märkte. Weber betreut den von Ernst Key Fund - Strategie Depot. Das Produkt der Schweizer Investmentbank kommt mit einem Zwölfmonats-Wertverlust per Ende Oktober von 23,39 % auf Platz drei unter 33 offensiv anlegenden Dachfonds. Als "offensiv" ausgerichtet gelten Dachfonds, welche zwar grundsätzlich in alle Investmentfonds investieren können, aber bei Aktienfonds einen Schwerpunkt bilden.

HB/vwd FRANKFURT/M. Derzeit liegt der Aktienfondsanteil im Dachfonds der Schweizer, welcher nur in eigene Produkte investiert, laut Weber bei 77 %. Er führt die stabile Wertentwicklung hauptsächlich auf die Engagements in nordamerikanische Aktienprodukte zurück. Der Anlagestratege erwartet, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar Boden gutmachen und die Zentralbanken in Europa die Zinsen weiter lockern werden. Auch die Euroeinführung werde sich positiv auf die Performance auswirken. Entsprechend sei das Portfolio strukturiert: Die größte Position im Depot nehme mit knapp 19 % der European Equity der Bank von Ernst ein. Der Fonds sei breit gestreut und vorwiegend an den Aktienmärkten Kontinentaleuropas investiert. Auf der Anleiheseite sei der European Fixed Interest mit über zehn Prozent berücksichtigt. Dieses Portfolio ist laut Weber hauptsächlich in festverzinslichen Euro-Wertpapieren engagiert. Darüber hinaus sei der Dachfonds in Hochzinsanleihen investiert. Gerade der europäische Firmenanleihemarkt verfüge über großes Potenzial.

Zurückhaltend gegenüber Engagements in Fernost

Insgesamt entfielen 23 % des Portfolios auf Nordamerika. "Davon wurden ein Viertel in kleinere und mittlere Firmen investiert und drei Viertel in Standardwerte", so Fondsmanager Weber. Europa mit rund 44 % Gewicht im Dachfonds scheine übergewichtet. Dabei sei eine 13-prozentige Anlage im Aktienfonds Swiss Equity zu berücksichtigen. Bei globalen Krisen spielten dieser Markt und der Schweizer Franken aber ihre Rollen als "sichere Häfen" aus. Zurückhaltend gibt sich der Manager gegenüber Engagements in Fernost.

Die Fondsmanager der Deka setzen dagegen ihren Anlageschwerpunkt in den USA. Der vom Vermögen her größte Dachfonds im aktuellen Vergleich, der DekaStruktur Chance, belegt mit einem Wertverlust von25,51 % Platz acht. Das Management der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka rechnet damit, dass die USA als erste von einem erwarteten internationalen Konjunkturaufschwung profitieren. Daher sei die Quote weltweit ausgerichteter Aktienfonds mit hohem US-Anteil sehr hoch angesetzt worden, erläutert Manager Steffen Selbach: "Bei der Auswahl der Einzelfonds wird Wert auf eine ausgewogene Mischung unterschiedlicher Anlagekonzepte und Managementstile gelegt. So ist mit DekaLux-GlobalValue ein eher wertorientierter Investmentstil berücksichtigt worden, während mit AriDeka und DekaSpezial zwei eher wachstumsorientierte Konzepte Eingang finden." Beide Produkte seien mit zwölf bzw. zehn Prozent im Dachfonds gewichtet.

Der Dachfonds lege ausschließlich in Fonds der eigenen Gesellschaft bzw. Produkten der Kooperationspartner J.P. Morgan, Lombard Odier und Swissca an. Der Investmentmanager rechnet damit, dass von einer Belebung an den Aktienmärkten vor allem konjunktursensible und wachstumsorientierte Branchen profitieren werden. Daher berücksichtige man US-Aktieninvestments stärker, gestalte die Zusammensetzung der Anlagen durch die Beimischung ausgesuchter Branchenfonds sukzessive aggressiver.

Wichtigste Einzelposition sei mit knapp 16 % Dachfondsanteil der Deka-EuropaBond TF. Dieser Fonds investiere vorwiegend in Euroland-Papiere, berücksichtige aber auch osteuropäische Emittenten. "Diese Papiere dürften weiter von Zinssenkungsphantasien wegen der Aussichten auf eine Annäherung an das tiefere Euroland-Zinsniveau profitieren", begründet der Manager seine Entscheidung.

Auch Selbach ist skeptisch, was Investitionen in Fernost betrifft. Im DekaStruktur Chance sei Japan deutlich untergewichtet, da es dort weder Anzeichen für wirtschaftspolitische Reformen noch für einen konjunkturellen Aufschwung gebe.

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