Wertentwicklungsanalyse offensiv gemanagter Mischfonds
Konservative Depotausrichtung macht sich bezahlt

Um Risiken zu minimieren bevorzugt Andreas Grünewald ein konservativ ausgerichtetes Portfolio. Grünewald ist Vorstandsvorsitzender der Münchner Vermögensverwaltungsgesellschaft FIVV AG und berät den von Universal Investment aufgelegten offensiven Mischfonds FIVV-Universal-Fonds.

HB FRANKFURT/M. Mit einer Zwölfmonatsperformance per Ende Februar von - 4,46 Prozent rangiert das Produkt auf Platz fünf unter insgesamt 65 gemischten Fonds mit offensiver Anlageausrichtung. In dieser "offensiven" Gruppe werden alle Fonds zusammengefasst, die Aktien und Anleihen mischen können, aber grundsätzlich der Aktienanlage Priorität einräumen.

"In der Regel liegt der Aktienanteil bei 70 und der Rentenanteil bei 30 Prozent", sagt Grünewald. Aktuell liege die Aktienquote bei 73 %. Im Aktiendepot seien konservative Werte aus dem Pharma- und Versicherungsbereich mit jeweils über 5 % berücksichtigt. Der deutsche Generika-Hersteller Stada gefalle ihm sehr gut; auf die Aktie entfielen über 3 % des Fondsvermögens. "Stada ist konjunkturunabhängig. Außerdem laufen in Zukunft vermehrt Patente aus und der Apotheker entscheidet, welches Produkt er verschreibt. Davon wird Stada profitieren", erläutert der Fondsberater. Zudem sei Stada zusammen mit DSM führend bei der Entwicklung von Generika in der Biotechnologie.

Ebenfalls positiv hebt Grünewald die Allianz AG hervor, deren Aktie mit knapp 3 % berücksichtigt sei. Das Unternehmen profitiere von steigenden Prämien und erhöhtem Versicherungsbedarf. Auf Grund zu hoher Bewertung und der teilweise massiven Überschuldung nicht im Depot vertreten seien Technologieunternehmen. Eine T-Aktie komme nicht ins Portfolio: "Das Unternehmen ist mit 60 Milliarden Euro verschuldet, das Kurs/Gewinn-Verhältnis liegt bei 40 und UMTS wird nur eine Variante zukünftiger Datenübertragungsmöglichkeiten sein, so dass die von der Deutschen Telekom errechneten Margen nicht haltbar sind", erklärt er.

Rund 22 % der Fondsgelder seien in Anleihen investiert. Die durchschnittlichen Laufzeiten habe er von sechs bis sieben auf fünf Jahre verkürzt, da in seinen Augen die langfristigen Zinsen auf Grund von Inflationsgefahren steigen dürften.

Eine Performance von - 23,03 % bringt den auf deutsche Aktien ausgerichteten Plusfonds der Commerzbank-Tochter Adig auf den fünftletzten Platz. Der von Kerstan von Schlotheim gemanagte Fonds sackte wegen seiner Konzentration auf Wachstumswerte in der Börsenbaisse ab dem Jahr 2000 deutlich ab. Im Mittelpunkt des Auswahlprozesses stünden nun eher die großen Titel aus dem Dax und dem MDax, sagt der Adig-Mann. "Im Neuen Markt werden wir nur noch in einzelne ausgesuchte Qualitätstitel investieren", sagt von Schlotheim.

Aktuell machten Dax-30-Werte mit rund 48 % einen großen Anteil des Portfolios aus. Aktien aus der zweiten Reihe seien ebenso wie Anleihen mit je 17 % deutlich untergewichtet. "Die Standardwerte laufen bei einer konjunkturellen Aufschwungphase vorweg", erklärt von Schlotheim. Da er auf eine baldige Erholung der Wirtschaft setze, habe er defensive Titel zu Gunsten konjunktursensibler Unternehmen untergewichtet. Er billige derzeit Unternehmen aus dem Technologiesektor die größten Kurschancen zu.

Der derzeitige Favorit sei die Siemens-Aktie, die über 5 % des Fondsvermögens auf sich vereine: "Das Unternehmen hat im Vergleich zu anderen europäischen und US-Wettbewerbern die Flaute gut überstanden." Auch die Aktie der Siemenstochter Infineon sei wegen der erwarteten Erholung am Halbleitermarkt mit über 3 % hoch gewichtet. An zweiter Stelle stünden die Aktien des Walldorfer Software-Konzerns SAP mit knapp 5 % Fondsquote. Auch in der zweiten Aktienreihe setze er auf konjunktursensible Firmen, etwa den Heizungsbauer Buderus, den Baukonzern Bilfinger + Berger oder auf Jenoptik.

Auf der Anleiheseite präferiere er Staatsanleihen mit einer derzeitigen durchschnittlichen Restlaufzeit von knapp sechs Jahren. Angesichts der erwartet freundlichen Aktienmärkte rechne er mit nur bescheidenen Renditen bei Anleihen.

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