Wertentwicklungsanalyse weltweit anlegender Aktienfonds
Templeton mag Zeitungsaktien mit Tradition

Kaufen was billig ist, lautet weiterhin die Devise vieler Fondsmanager. Sie können sich deshalb über Wertgewinne freuen. Das belegt der aktuelle Performancevergleich. Die auf Titel aus so genannten Wachstumsbranchen fixierten Strategen dagegen stecken tief in den Verlusten.

HB/vwd FRANKFURT/M. Susan Potto glaubt an den anhaltenden Aufwärtstrend der Value-Aktien, der niedrig bewerteten Titel. Sie managt den Franklin Mutual Beacon Fund A, der sich den preiswerten Aktien verschrieben hat. "Das derzeitige Börsenumfeld und die anhaltend hohen Kursschwankungen arbeiten uns in die Hände, da wir zu stark im Kurs gefallene Aktien suchen", freut sich Potto. Der Fonds der US-Investmentgesellschaft Franklin Templeton erzielte in den vergangenen 12 Monaten ein Plus von 21,27 %. Er liegt damit auf Rang drei unter insgesamt 235 weltweit anlegenden Aktienfonds.

Ihre Investmentstrategie sehe vor, Aktien aufzuspüren, die am Markt niedriger gehandelt werden, als sie ihrer Meinung nach wert sind. Oft seien diese Diskrepanzen besonders groß, wenn eine Branche bei den Anlegern gerade nicht besonders beliebt sei.

Großteil des Geldes in USA investiert

Neben der Konzentration auf billige Aktien, die derzeit vor allem aus den USA stammen, gehört es zu Pottos Investmentstrategie, in Unternehmen zu investieren, die sich in der Konkursphase befinden, denen aber ihrer Meinung nach der Turn-around gelingen dürfte. Zudem geht sie strategische Beteiligungen an Unternehmen ein, die kurz vor einer Fusion oder Übernahme stehen. Potto: "Vor einiger Zeit hat uns beispielsweise der Vorstandsvorsitzende von White Mountain Insurance Group, ein kleiner Sach- und Unfallversicherer, eine Beteiligung beim Erwerb des US-Geschäfts des britischen Versicherers CGU vorgeschlagen." Sie habe dann einen erheblichen Betrag der Mutual-Beacon-Fondsmittel in dieses Geschäft investiert. Mit Erfolg: denn die Aktien der White Mountain stiegen nach der Bekanntgabe der Transaktion um beinahe 70 %.

Gelinge es, mit dem Mutual Beacon Fund zu einem bedeutenden Teilnehmer bei dieser Art von Beteiligungen zu werden, sollte das zu einem erheblichen Wertzuwachs für den Fonds führen, ist die Fondsmanagerin überzeugt. Und die Chance, bei solchen Anlagen dabei zu sein, sei derzeit groß. Denn in Zeiten einer stark nachlassenden US-Konjunktur und weltweit schlechter Unternehmensergebnisse könne man mit vielen Unternehmen rechnen, die eine andere Firma übernehmen müssten, um ihren Geschäftsbereich zu erweitern. Außerdem gäbe es dann auch viele Not leidende Unternehmen, die mögliche Konkurskandidaten seien.

80 % der Gelder seien in den USA investiert. Zu den größten Positionen zählten Federated Department Stores, das Investmenthaus Bear Stearns und die Washington Post. Eine andere große Position sei E.W. Scripps, Amerikas älteste Zeitungsgesellschaft.

Auch nach Meinung von Frank Lingohr wird die Rückbesinnung auf günstige Substanzwerte noch einige Zeit anhalten. Der Düsseldorfer Vermögensverwalter fungiert als Berater für den mit wertorientierter Anlagestrategie gemanagten Lingohr-Systematic-BB-Invest. Der weltweit in Aktien anlegende Fonds der Bankgesellschaft Berlin Investment (BB-Invest) erzielte ein Plus von 22,32 %. Er liegt damit auf Rang zwei im Konkurrenzvergleich.

Tabak an der Börse eine gute Anlage

Das gute Ergebnis führt Lingohr auf den Value-Ansatz zurück. Diese Vorgehensweise habe beispielsweise auch dazu geführt, dass der Fonds im vergangenen Jahr nur geringfügig in Aktien aus den zu dieser Zeit "maßlos überbewerteten" Bereichen Technologie, Medien und Telekommunikation vertreten war.

Der Fonds der BB-Invest trägt Lingohr zufolge das Wort "Systematic" nicht nur im Namen, er werde auch "systematisch gemanagt". Diese Vorgehensweise sehe vor, dass zu einem bestimmten Stichtag mindestens 80 % der Fondsmittel gleichgewichtet auf elf Länder verteilt werden. Innerhalb eines Landes würden dann nur bestimmte Aktien gekauft, beispielsweise die dividendenstärksten Titel aus einem repräsentativen Index, wobei wiederum in jede Aktie der gleiche Betrag investiert werde.

Mit maximal 20 % der Mittel sei der Fonds anderweitig investiert. Zu diesen Werten gehörten momentan etwa die Aktie der Holding des legendären Value-Investors Warren Buffet, Berkshire Hathaway, mit knapp 2 % des Fondsvermögens, die deutsche Bäckerei-Kette Kamps mit 1 % oder das US-Tabakunternehmens Philip Morris mit über 2 %. Die Aktien des Philip-Morris-Konzerns, der auch im Nahrungsmittel- oder Getränkebereich vertreten sei, sei aus Angst vor weiteren Schadensersatzklagen geschädigter Raucher extrem unterbewertet, erklärt Lingohr. Ähnliches gelte für das Schweizer Tabak-Unternehmen CF Richemont mit knapp 2 % Fondsanteil.

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