Wertorientierte Anleger profitieren weiterhin von Sorgen um weltweite Wachstumsmärkte
Fondsmanager: Value-Titel haben beste Zeit noch vor sich

Wertorientierte Investoren konnten sich im letzten Jahr die Hände reiben. Value-Aktien konnten Growth-Titel deutlich outperformen. Eine Entwicklung, die sich in diesem Jahr fortzusetzen scheint. Der Grund: Die andauernden Unsicherheiten an den weltweiten Technologiebörsen. In der nächsten Zeit dürfte sich daran nichts ändern, so Andrew Spencer von JP Morgan Fleming Asset Management.

fgh FRANKFURT/M. Es ist wohl eine der häufigsten Fragen an der Börse: Wer hat in der nächsten Zeit die Nase vorn: Value- oder Growth-Aktien? Für die letzten Monate muss diese Frage eindeutig zu Gunsten der Value-Titel beantwortet werden. Im Jahr 2000 entwickelten sich diese klar besser als Wachstumstitel. Auch in diesem Jahr profitierten die Aktien unterbewerteter Unternehmen bisher von der unsicheren Situation der Wachstumsmärkte.

"Angesichts der Einbrüche an den weltweiten Technologiemärkten haben die Anleger in den letzten Monaten die relative Sicherheit defensiver Sektoren wie Versorger, Versicherungen, Tabak sowie einiger zyklischer Branchen wie Bau und Gesundheitsfürsorge gesucht", erklärt Andrew Spencer."Alles typische Value-Segmente."



In Erwartung einer Wiederbelebung der Technologiewerte rechneten zwar vereinzelte Stimmen mit einem Richtungswechsel von Value- hin zu Growth-Investments. Doch Spencer ist sich sicher: "Value-Aktien haben ihre beste Zeit noch vor sich. Die Unsicherheit an den globalen Aktienmärkten wird anhalten, was zu einer weiterhin überdurchschnittlichen Wertentwicklung von Value-Titeln führen wird."



Bei Value-Titeln handelt es sich um unterbewertete, also besonders günstige Aktien. Für die niedrige Bewertung können beispielsweise die allgemeine Marktlage, ein schlechtes konjunkturelles Umfeld oder schwache Management-Leistungen verantwortlich sein. Value-Werte können von plötzlichen Auslösern profitieren. "Positive Nachrichten wie beispielsweise ein Management-Wechsel oder bessere Wirtschaftsdaten können bei Value-Aktien zu spontanen Kurssteigerungen führen", so Spencer.



Value-Investoren versuchen, unterbewertete Aktien über bestimmte quantitative Kennzahlen ausfindig zu machen. Spencer erklärt: "Wichtige Kriterien bei der Suche nach Value-Aktien sind das Kurs-Gewinn-Verhältnis und die Dividendenrendite." Allerdings, so der Fondsmanager, können Aktien auch einfach deshalb unterbewertet sein, weil sie schlichtweg vor dem Bankrott stünden. Aus diesem Grund müssen Aktien weitere Kriterien erfüllen, um in den FF Strategic Value Fund-European aufgenommen zu werden. "Neben einer positiven Kurs- und Gewinnentwicklung achten wir insbesondere auf überdurchschnittliche Wachstumsaussichten. Nur wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, kann durch einen Auslöser der eigentliche Wert einer Aktie freigelegt werden", sagt Spencer.



Die Reinheit des Anlagestils beibehalten



Die meisten aussichtsreichen Value-Aktien finden Spencer und sein Investment-Team derzeit im Bereich Finanzdienstleistungen. Allein sieben Finanzwerte finden sich unter den Top-Ten-Positionen des Fonds, darunter die Union Bank of Switzerland (UBS), die Royal Bank of Scotland und die Deutsche Bank. "Viele Finanztitel weisen zurzeit extrem niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnisse bei gleichzeitig wachsenden Ertragszahlen auf", so Spencer.



Echte Schnäppchen liessen sich momentan auch in den Branchen Konsumgüter, langlebige Investitionsgüter und Weiterverarbeitung entdecken. Im Bereich Energie hält Spencer die Werte Total Fina Elf und Eni für attraktiv.



Besser aussitzen als unruhig schlafen



Trotz seiner Value-Zuversicht gibt Spencer für langfristig orientierte Growth-Anleger Entwarnung. " Eine Wiederbelebung der weltweiten Wachstumsbörsen ist zwar derzeit noch nicht in Sicht. Wer jedoch diese Phase aussitzen kann, braucht nicht unruhig zu schlafen. Untersuchungen haben gezeigt, dass auf lange Sicht beide Formen des Style Investing, also sowohl der Value- als auch der Growth-Ansatz, den Markt outperformen. Wichtig ist nur, die Reinheit des Anlagestils konsequent beizubehalten", so der Fondsmanager.

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