Wertpapier fiel auf 23,03 Euro
Kurs der T-Aktie stürzt nach großer Verkaufsorder ab

Der Verkauf eines mehrere Millionen Stücke umfassenden Pakets von Aktien der Deutschen Telekom hat am Dienstag den Börsenkurs des Bonner Konzerns massiv unter Druck gesetzt und die Titel zeitweise auf ihr tiefstes Niveau seit mehr als zweieinhalb Jahren gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Die Deutsche Bank bestätigte auf Anfrage, sie habe im Auftrag 44 Millionen Telekom-Aktien zum Preis von je 23,60 Euro platziert. Weitere Details wie etwa den Namen des Verkäufers wollte die Bank nicht nennen. Die Telekom selbst weiß nach Angaben eines Sprechers nicht, von wem die Aktien stammten. Am Markt wurde spekuliert, dass das baldige Ende der Haltefrist für einige Telekom-Großaktionäre die T-Aktie weiter belasten könnte.

Zeitweise notierten die Telekom-Titel am Dienstag mit 23,03 Euro knapp fünf Prozent unter ihrem Vortagesschluss und damit auf den niedrigsten Wert seit November 1998. Im Verlauf erholte sich der Titel zwar wieder auf 23,32 Euro. Der Kurs lag damit aber immer noch fast 80 Prozent unter seinem Höchstkurs von mehr als 104 Euro im Frühjahr 2000. Den Angaben der Telekom zufolge gibt es rund 4,2 Milliarden Aktien, von denen etwa 2,4 Milliarden umlaufen. Mit den 44 Millionen platzierten Stücken wechselte somit am Dienstag mehr als ein Prozent des Firmenkapitals den Besitzer. Der Wert des Pakets belief sich auf mehr als eine Milliarde Euro.

Der Intraday-Chart der Deutschen Telekom-Aktie

"Viele Anleger sind beängstigt, dass noch mehr Telekom-Aktien verkauft oder am Markt platziert werden", sagte ein Händler mit Blick auf das Auslaufen von Haltfristen ("Lock-Up") verschiedener Großaktionäre in den kommenden Wochen. Im Rahmen von Haltefristen verpflichten sich Anteilseigner, ihre Aktien bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht abzugeben. Anfang September etwa die Lock-Up-Periode für die Aktien aus, mit denen die Telekom einen Teil der Übernahme des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream bezahlt hat. Schätzungsweise bis zu 240 Millionen Aktien könnten dann theoretisch auf den Markt kommen. "Selbst wenn alle diese Papiere platziert werden sollte, droht weiterhin der Verkauf riesiger Anteils-Pakete großer Investoren", sagte ein Fonds-Manager.

Größter Telekom-Aktionäre sind nach wie vor der Bund beziehungsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Anteil von mehr als 42 Prozent. Neben den ehemaligen VoiceStream-Eignern zählt auch noch der finnische Telekom - Konzern Sonera mit 72 Millionen T-Aktien zu den größten Telekom-Einzelaktionären. Sonera erklärte am Dienstag allerdings, dass die Haltefrist für die erste Tranche von 34,5 Millionen T-Aktien noch bis Ende dieses Monats laufe. Am Finanzplatz Frankfurt war zu hören, die 44 Millionen am Dienstag verkauften Telekom-Papiere stammten nicht von einem, sondern von mehreren Aktionären stammten. "Meine Information ist, dass das (Aktienpaket) nicht von einem Investor, sondern von einer Gruppe Investoren kommt", sagte ein Fonds-Manager.

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