Wertpapier-Handel
Börse träumt noch von iX-Zeiten

Die schwierigen Börsenzeiten führen zu einem internationalen Konsolidierungsprozesses der Branche. Die Deutsche Börse sieht nicht die Gefahr bei dieser Neuverteilung der Märkte isoliert zu werden.

Reuters FRANKFURT. "Wir vermögen die immer wieder herbeigeredete Gefahr einer Isolierung der Deutschen Börse in Europa nicht zu erkennen", sagte Börsenchef Werner G. Seifert auf der Hauptversammlung der Betreibergesellschaft der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB). Branchenkreisen zufolge verhandeln derzeit die beiden Konkurrenten London Stock Exchange (LSE) und Nasdaq Europe über einen Zusammenschluss.

Die Wettbewerbsposition der Frankfurter sei die Voraussetzung für eine aktive Rolle in der weltweiten Konsolidierung von Börsen und Abwicklungsorganisationen. Aber nicht alle Partner, die bereits Voraussetzungen für einen Zusammenschluss geschaffen hätten, seien vom Preis her so attraktiv, dass sich eine Transaktion im Lichte der damit einhergehenden Verwässerungseffekte für die Aktionäre rechtfertigen ließe. Die Aktie der LSE hatte in den vergangenen Wochen Rekordstände erreicht, nachdem Spekulationen über eine Fusion mit dem europäischen Ableger der Nasdaq aufgekommen waren.

Die Börse strebt nach Seiferts Worten derzeit nicht allein Wachstum durch den Kauf anderer Organisationen an, sondern sucht auch Partnerschaften, die auf einer Übernahme des Betriebs anderer Börsen- und Abwicklungsorganisationen fußen. Branchenkenner sehen neben einer Konsolidierung der Branche durch Fusion von Börsen auch eine weitere Integration von Abwicklungsgesellschaften in Börsenunternehmen als mögliches Szenario für die weitere Entwicklung des globalen Finanzplatzsektors an.

"Ich schwöre den iX-Plänen nicht ab", sagte Seifert. Vor zwei Jahren hatten die Deutsche Börse und die LSE vergeblich zu International Exchanges (iX) fusionieren wollen. "Ich glaube, das iX nicht an Frankfurt, sondern an London gescheitert ist. Aber es hätte dem europäischen Kapitalmarkt zu getan." Vielleicht habe man damals die Bedürfnisse einiger Marktteilnehmer nicht richtig beachtet. Wenn man einen europäischen Kapitalmarkt wolle, müsse er auch London und Paris einschließen.

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