Wertpapier zog um fünf Prozent an
Analysten rechnen mit hohen Kursschwankungen der T-Aktie

Nach ihrem verheerenden Kurssturz will die Deutsche Telekom den erwarteten weiteren Rückfluss von Millionen von T-Aktien in den Aktienmarkt schonend über die Bühne bringen. Vorstandschef Ron Sommer sagte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen in Berlin am Dienstag, darüber berate die Telekom mit dem Großaktionär Hutchison Whampoa.

Reuters BERLIN. Der Bund, der noch 43 Prozent der Telekom hält, stellte sich erneut hinter Sommer. Sommer sagte, er habe die Unterstützung der Bundesregierung und des Aufsichtsrates. Für die nächsten Jahre erwartet die Telekom im operativen Ergebnis (Ebitda) zweistellige Zuwachsraten. Mit dem für 2002 geplanten Börsengang von T-Mobile will das Unternehmen seine Schulden reduzieren.

Analysten bewerteten die Details zum Halbjahresergebnis positiv. Die T-Aktie zog zeitweise um knapp fünf Prozent auf 19 Euro an, büßte die Zuwächse aber wieder weitgehend ein. Analysten sagten, bis zum Jahresende seien weiter Kursschwankungen zu erwarten.

Nach dem Ende der Haltefrist im Zusammenhang mit dem Voicestream-Kauf könnten 170 Millionen weitere Aktien in den Markt zurückfließen, sagte Sommer. Bereits am Wochenende hatte die Telekom mitgeteilt, die finnische Sonera von ihrer Haltefrist entbunden zu haben, wodurch Sonera 21,9 Millionen Aktien vorzeitig verkaufen konnte. Auch Hutchison hatte erklärt, man berate mit der Telekom über einen "geordneten Verkauf".

Die Gruppe aus Hongkong hatte in einem Termingeschäft Anfang August bereits rund 35 Millionen T-Aktien verkauft. Der Kurs war danach um mehr als 30 Prozent auf den tiefsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren gerutscht. Die Telekom hatte beim Kauf der US-Mobilfunkfirmen Voicestream und Powertel rund 1,1 Milliarden neue Aktien an deren ehemalige Aktionäre, darunter Sonera und Hutchison, ausgegeben. Diese Aktionäre waren allerdings dazu verpflichtet worden, die Aktien eine gewisse Zeit zu halten. Die Fristen dazu laufen Anfang September beziehungsweise Anfang Dezember aus.

Analysten zeigten sich am Dienstag nicht überzeugt, dass die Telekom solche Verkäufe ganz unter Kontrolle bekommt, und sagten eine weitere hohe Volatilität voraus. Theo Kitz von Merck Finck sagte, die T-Aktie bleibe bis zum Jahresende unter Druck, da immer dann verkauft werde, wenn sich der Kurs erhole. Auch Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin sagte, die ablaufenden Haltefristen und das Warten auf die Vorlage der Geschäftszahlen für 2001 im Januar verhinderten vorerst eine stabile Kurserholung. "Das wird volatil bleiben, ganz klar." Zum erwarteten Aktienrückfluss sagte er: "Der Markt wird sicher noch eine Weile brauchen, um das zu verkraften."

Doch zeigen die Halbjahreszahlen der Telekom nach Hallmanns Worten einen positiven Ertragstrend. "Kurzfristige Risiken und mittelfristige Chance dürften sich jetzt die Waage halten." Die Telekom erwarte in den Jahren 2001 bis 2004 ein durchschnittliches Wachstum des Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Amortisationen (Ebitda) von 14 Prozent, sagte Eick. Die Telekom rechnet ferner damit, bei dem auf das kommende Jahr verschobenen Börsengang der Mobilfunksparte T-Mobile rund zehn Milliarden Euro erlösen zu können. Dies geht aus einer in Berlin veröffentlichten Übersicht zum geplanten Schuldenabbau des Konzerns hervor. Erstmals liegt damit ein detaillierter Plan vor, wie bis Ende 2002 die Netto-Verbindlichkeiten von derzeit 65,5 Milliarden Euro auf rund 50 Milliarden Euro sinken sollen.

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