Wertverlust am Neuen Markt setzt sich fort
Auswahlindex Nemax 50 sinkt unter 1 000 Punkte

Die Kurse am Neuen Markt finden noch immer keinen Boden. Zum Wochenauftakt rutschte der Nemax 50 erneut in den dreistelligen Bereich und lag zu Börsenschluss bei 996 Punkten.

FRANKFURT/M. Irgendwann muss der Markt wieder drehen. Mit Ausnahme dieser Hoffnung gibt es zurzeit nur wenig, was eine Trendwende rechtfertigen könnte. Die optimistischen Konjunkturprognosen der Bundesregierung für 2002 beispielsweise finden nach dem Revisionstheater im laufenden Jahr ebenso wenig Gehör bei den Anlegern wie zuversichtliche Zukunftsdarstellungen von Einzelunternehmen an der Börse. Sicher wird die Abwärtsspirale irgendwann stoppen, und sicher werden Basiseffekte den ein oder anderen Quartalsbericht in Zukunft rosiger aussehen lassen. Doch nach den Erfahrungen der jüngsten Quartalssaison erst einmal abzuwarten bis die positiven Fakten auf dem Tisch sind, ist verständlich. Die meisten Anleger haben momentan weniger Angst davor, die Trendwende zu verpassen. Sie wollen vor allem weitere Verluste vermeiden.

Den Anlegern, die in Aktien von Anbietern im Bereich E-Commerce-Software investiert sind, ist das in den vergangenen Tagen nicht gelungen. Obwohl die Papiere seit langem zu Niedrigpreisen zu haben sind, geht es weiter bergab. Grund für den jüngsten Kursschwund ist noch immer die Verbannung von Broadvision aus dem Index der 500 wichtigsten US-Unternehmen, dem S & P 500. Das kostete die Aktie am Montag erneut 12 % an Wert. Sie markierte ein neues Tief bei 1,46 Euro. Konkurrent Intershop wurde gleich mit in die Tiefe gerissen und gab 13 % auf 2,05 Euro nach. Die Zeiten, in denen Kurse bei Negativmeldungen der Konkurrenz belebt wurden, sind längst vorbei. Es herrscht das Prinzip der Sippenhaft.

Ähnlich hart traf es Lambda Physik . Nach einer erneuten Umsatzwarnung ging es 12 % auf 21 Euro bergab. Ein weiteres Stück Richtung Null ging es mit dem Titel von Kinowelt . Nachdem bis gestern Nachmittag noch keine Einigung mit den Banken erzielt werden konnten, setzten erneut Verkäufe ein. Das Papier kostet jetzt nur noch 0,63 Euro, was einem Tagesminus von 32 % entspricht. Auf der Gewinnerseite stachen im Nemax 50 nur Telegate (+ 29 %) und Carrier 1 (+ 24 %) heraus. Telegate gehörte zuletzt zu den größten Verlierern.

Im Gesamtmarkt, der Nemax-All-Share sank um 3 % auf 1 038 Punkte, setzte Wapme seinen unglaublichen Anstieg fort und notiert bereits wieder höher als vor einem Jahr. Die Firma will im vierten Quartal aus den roten Zahlen.

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