Wesentlich mehr Fünf-Euro-Scheine bestellt als geschätzt
Euro-Geldtransporte bundesweit angerollt

Bundesweit hat am Montag wie geplant die Auslieferung des Euro-Bargeldes an Banken und Wertdienstunternehmen begonnen. "Bei uns ist es sehr gut angelaufen", sagte Friedhelm Meier von der Landeszentralbank (LZB) in Berlin und Brandenburg.

rtr FRANKFURT. Auch die LZB Hessen meldete planmäßigen Transport ab sieben Uhr früh. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen waren die ersten Geldtransporte schon am Samstag, dem frühestmöglichen Liefertermin, von den Lagerstätten der Landeszentralbanken aufgebrochen. Bundesbankpräsident Ernst Welteke sagte, es müssten noch Geldscheine niedriger Euro-Beträge nachgedruckt werden, weil überraschend viele kleine Euro-Noten bestellt worden seien.

Bis zum Jahresende werden in Deutschland etwa zwei Drittel der für die Erstausstattung vorgesehenen Euro-Noten und-Münzen an Kreditinstitute und Wertdienstunternehmen vorab ausgeliefert. Diese geben es dann an Unternehmen, in erster Linie an Einzelhandel und Automatenwirtschaft weiter, damit am 1. Januar 2002 Kassen und Automaten gut mit dem neuen Geld gefüllt sind. Insgesamt müssen allein 60 000 Filialen von Banken und Sparkassen mit ihren 13 000 Geldautomaten versorgt werden. Der Einzelhandel benötigt im Schnitt bis zu fünf Mal so viel Wechselgeld wie gewöhnlich. Das übrige Drittel des in Deutschland fürs Erste benötigten Bargeldbestandes wird die Wirtschaft erst ab Jahresbeginn 2002 erhalten.

Von September bis November werden in Deutschland vor allem die Münzen wegen des großen, schweren Transportvolumens ausgeliefert. Die Transporte der Banknoten, für die gepanzerte Fahrzeuge erforderlich sind und die wegen ihres hohen Wertes höhere Versicherungskosten verursachen als die Münzen, konzentrieren sich auf den Dezember.

Den Euro zum Anfassen gab es in einigen Banken bereits am Wochenende in Nordrhein-Westfalen. Die Geldscheine müssen die Banken aber gleich wieder in Verwahrung nehmen, weil die Noten vor dem 1. Januar nicht in Umlauf gebracht werden dürfen. "Die Neugier ist jetzt sehr groß, ich gehe aber davon aus, dass es solche Aktionen nur vereinzelt geben wird", sagte Dieter Gehring, Euro-Beauftragter der LZB Hessen.

Für die Vorabausgabe, das so genannte Frontloading, wurden viel mehr Fünf-Euro-Scheine bestellt als geschätzt, berichtete kürzlich der Bundesverband deutscher Banken. Bundesbankpräsident Welteke sagte im ZDF-Morgenmagazin, die Bundesbank werde solche kleinen Scheine wegen der überraschend hohen Nachfrage nachdrucken lassen. "Es ist aber überhaupt kein Problem, den noch bestehenden Bedarf zu drucken", sagte Welteke.

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