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West LB will Railtrack übernehmen

Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) hat Gespräche mit Beratern der britischen Regierung über eine Übernahme des finanziell angeschlagenen britischen Schienennetzbetreibers Railtrack Plc bestätigt, sich aber nicht zum Inhalt äußern wollen.

Reuters DÜSSELDORF. "Vergangenen Freitag gab es ein Gespräch mit Beratern der britischen Regierung", sagte ein Sprecher am Montag in Düsseldorf. Den Stand der Verhandlungen und die Höhe des Gebotes wollte der Sprecher nicht kommentieren. Die "Financial Times" hatte berichtet, die Aktionäre des unter Insolvenz stehenden britischen Bahnschienen-Netzbetreibers könnten auf ein Gebot von bis zu 240 Pence je Aktie hoffen.

Dem Zeitungsbericht zufolge will die West-LB Railtrack übernehmen und an ein von ihr geführtes Konsortium überführen. Hinweise aus deutschen Kreisen der britischen Beraterfirma Ernst & Young, zum Konsortium gehörten möglicherweise die französische Vivendi und die britische Virgin Train, eine Tochter des Billigfliegers, wollte der West-LB-Sprecher ebenfalls nicht kommentieren. Die Gespräche befänden sich in einem noch sehr frühen Stadium, verbindliche Abmachungen seien noch nicht getroffen, sagte der Sprecher der Bank weiter. Ernst & Young ist sei Anfang Oktober Konkursverwalter der britischen Railtrack. Vivendi betreibt in Deutschland mit der in Frankfurt ansässigen Tochter Vivendi Connex Regiobahn rund 1000 Kilometer Bahnstrecke. Vivendi hatte vor gut einer Woche dementiert, ein Interesse an Railtrack zu haben. Gerüchte über ein Gebot der Connex entbehrten jeder Grundlage.

Den Zeitungsberichten zufolge sind die Verhandlungen der West-LB über Railtrack seien noch in einer frühen Phase und der Preis noch nicht festgelegt, allerdings könne er bei 240 Pence je Aktie nach einem letzten Börsenkurs von 280 Pence liegen. Die West-LB hatte in der vergangenen Woche erklärt, sie sei wegen Railtrack an die britische Regierung herangetreten, habe aber noch keine Antwort erhalten. Details zu ihrem Vorstoß hatte die WestLB nicht genannt. Die Bank hatte bereits früher einmal ein Übernahmeangebot erwogen.

Railtrack war aus dem Verkauf der staatlichen Eisenbahn im Jahr 1996 hervorgegangen und galt beim Börsendebut als Volksaktie. Inzwischen ist das Unternehmen aber mit 3,3 Mrd. Pfund (knapp 10,5 Mrd. DM) verschuldet und wird von einem Insolvenzverwalter geführt, der dafür sorgen soll, dass der Verkehr auf dem 23 000 Meilen umfassenden Schienennetz und den 2500 Bahnhöfen weiterläuft.

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