WestLB Panmure eher pessimistisch gestimmt
Ausblick: Sondereffekte erschweren Prognose für Fiat

vwd TURIN. Für Analysten ist es nicht einfach, das Ergebnis für 2000 von Fiat SpA, Turin, zu schätzen. Eine Reihe von Sondereffekten sorgt dafür, die Prognose für die für Dienstag angekündigten Zahlen zu erschweren.

Analysten kündigten deshalb an, die Bilanz detailliert dahingehend zu untersuchen, ob Fiat ihr Ziel, im operativen Bereich den Breakeven zu erreichen, tatsächlich realisiert hat. Viele Marktbeobachter gehen allerdings schon vorab davon aus, dass der italienische Automobilproduzent dieses Planziel verfehlt hat. Zu hoch seien die Rabatte, mit denen Fiat Käufer anzulocken versuche, lautet ihr Argument.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht erstaunlich, dass die Voraussagen für fast alle Zahlen von Fiat eine große Bandbreite aufweisen. Der konsolidierte Nettogewinn des Konzerns wird zwischen 353 Mill. und 742 Mill. Euro gesehen. 1999 hatte Fiat 353 Mill. Euro ausgewiesen. Einig sind sich Analysten noch darin, dass der Umsatz gestiegen ist. Jedoch weichen auch in Bezug auf diese Zahl die genauen Daten voneinander ab: Ein Wachstum auf eine Spanne von 56,6  Mrd. bis 57,8 Mrd Euro nach 48,12 Mrd Euro im Vorjahr werden vorausgesagt. Unsicher sind auch die Prognosen für den konsolidierten Betriebsgewinn. Analysten gehen davon aus, dass er irgendwo zwischen 717 Mill. Euro und 940 Mill. Euro liegt, 788 Mill. Euro waren es im Vorjahr.

Schätzungen für das Kerngeschäft, also die Automobilproduktion, sind genauso unpräzise. Einige Marktkenner behaupten, Fiat werde für das Gesamtjahr einen nicht unbeträchtlichen Verlust von 77 Mill. Euro aufweisen. Andere hingegen sprechen von einem Gewinn von 40 Mill. Euro. "Nach dem vierten Quartal schätzen wir den Verlust von Fiat Auto auf 50 Mill. Euro", sagt Markus Pluemer, Analyst bei WestLB Panmure und Vertreter einer eher pessimistisch gestimmten Theorie. "Fiat hat den Markt schon in den ersten neun Monaten enttäuscht und das letzte Quartal ist nach unseren Beobachtungen noch schlechter verlaufen."

Für die ersten neun Monate 2000 hatte der italienische Automobilkonzern einen Verlust von 27 Mill. Euro gemeldet. Kritisch beurteilen fast alle Analysten die Preispolitik von Fiat, die versucht, Kunden mit hohen Rabatten und sonstigen kostenaufwändigen Anreizen zu locken. Dies führe zwar zu einer Ausweitung der Umsätze, mindere jedoch auch den Gewinn, sagen die Marktkenner. Für noch schlimmer halten es viele von ihnen, dass Fiat sich durch diese Strategie die Rückkehr zu üblichen Marktpreisen verbaue. "Die Kunden akzeptieren nach einer bestimmten Zeit keine normalen Preise mehr", glauben zahlreiche Analysten.

Deshalb wird es dem Vernehmen nach begrüßt, dass das für Marketing und Vertrieb zuständige Vorstandsmitglied Juan Jose Diaz-Ruiz eine drastische Kürzung der Preisabzüge angekündigt hat. Dies sei nicht das einzige Anzeichen für eine Wende bei Fiat, glauben einige Beobachter. Die Profitabilität werde auch deshalb steigen, weil General Motors Corp, Detroit, sich im vorigen Jahr mit 20 % an Fiat beteiligt hat, argumentieren sie. Darüber hinaus werde in Italien in den kommenden Jahren die Nachfrage nach Pkw steigen, weil strengere Umweltvorschriften in Kraft träten, begründen sie ihren positiven Ausblick.

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