WestLB Panmure stuft Beiersdorf hoch
Beiersdorf-Aktie legt nach Übernahmespekulationen zu

Die Aktien des Nivea- und Tesa-Herstellers Beiersdorf haben am Montag nach Medienspekulationen über ein mögliches Angebot des US-Konsumgüterherstellers Procter & Gamble (P&G) deutlich zugelegt.

Reuters HAMBURG. Nach einem Zeitungsbericht hat Procter & Gamble den Münchener Versicherungskonzern Allianz bereits über sein Interesse zur Übernahme von dessen 43,6-prozentigem Beiersdorf-Anteil informiert. In den nächsten Tagen solle ein Kaufangebot unterbreitet werden. Bis zum Mittag legte der im MDax für mittelgroße Unternehmen notierte Beiersdorf-Titel um über 15 Prozent auf 99,50 Euro zu.

Weder die Allianz noch Beiersdorf wollten zu dem Bericht Stellung nehmen. Bei dem zweiten Großaktionär bei Beiersdorf, der Hamburger Tchibo-Holding, war zunächst ebenfalls keine Stellungnahme zu erhalten.

Kreise: Keiner würde an Tchibo vorbei kaufen

Aus Industriekreisen hieß es, kein Interessent würde an Tchibo vorbei nennenswerte Anteile an Beiersdorf kaufen wollen. Weiter hieß es, dass die mit 30 Prozent an Beiersdorf beteiligte Tchibo bereits Interesse an der Aufstockung ihres Anteils geäußert hat und Entscheidungen im Aufsichtsrat und auf Hauptversammlungen blockieren könnte. Daran dürfte ein Käufer kein Interesse haben, hieß es.

Tchibo verfügt nach dem Verkauf des Zigarettenkonzerns Reemtsma an die britische Imperial Tobacco über gut fünf Milliarden Euro, die reinvestiert werden sollen. Sollte Procter & Gamble zum Zuge kommen, ist ein Pflichtangebot für die restlichen Aktien wahrscheinlich.

Tchibo-Vorstandschef Reinhard Pöllath hatte kürzlich erklärt, er strebe eine Einigung mit der Allianz über deren Beiersdorf-Anteile an. Als Hindernis gelten bislang die Preisvorstellungen des Versicherungskonzerns. Branchenexperten halten es für möglich, dass die Allianz einen höheren Preis für ihr Beiersdorf-Paket erzielen könnte, wenn sie es an einen Branchenkonkurrenten verkaufen würde. Ein Wettbewerber könnte wegen möglicher Synergieeffekte bereit sein, mehr für Beiersdorf zu zahlen.

Tchibo spricht bisher nicht von einem formellen Angebot

Tchibo hat der Allianz nach eigenen Angaben seine Vorstellungen unterbreitet, vermeidet es aber, von einem formellen Angebot zu sprechen. Pöllath hatte vor Journalisten erklärt, dass sich Tchibo auch mit einem geringeren Teil der Beiersdorf-Aktien aus dem Besitz der Allianz zufrieden geben würde. Denkbar wäre ein Modell, bei dem Tchibo einen Teil der Aktien von der Allianz übernehmen und der Rest an der Börse platziert würde. Dadurch würde der im Streubesitz liegende Anteil steigen, was wiederum die Chancen von Beiersdorf für eine Aufnahme in den Deutschen Aktienindex (Dax) erhöhen würde.

Von der Allianz ist bekannt, dass sie den Verkauf ihres Beiersdorf-Anteils erwägt, der nach Schlusskursen vom Freitag mit 86 Euro rund 3,2 Milliarden Euro wert ist, sich dabei bisher aber unter keinerlei Zeitdruck sah. Beiersdorf hat Reuters-Daten zufolge eine Marktkapitalisierung von 7,2 Milliarden Euro.

Die Investmentbank WestLB Panmure stufte am Montag auf Grund der jüngsten Spekulationen über die Eigentümer-Situation bei Beiersdorf die Aktien des Nivea- und Tesaherstellers auf "Outperform" von zuvor "neutral" hoch. Auch M.M. Warburg stufte die Aktien hoch.

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