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WestLB: Trübe Aussichten für deutsche Wirtschaft - Aufschwung fehlt der Elan

Die Weltwirtschaft verliert nach Ansicht der West LB im kommenden Jahr an Schwung. Für 2005 seien sowohl die globalen Konjunkturaussichten als auch die Prognosen für Deutschland trübe, sagte der Chefvolkswirt der West LB, Ulrich Hombrecher, am Mittwoch in Frankfurt.

dpa-afx FRANKFURT. Die Weltwirtschaft verliert nach Ansicht der West LB im kommenden Jahr an Schwung. Für 2005 seien sowohl die globalen Konjunkturaussichten als auch die Prognosen für Deutschland trübe, sagte der Chefvolkswirt der West LB, Ulrich Hombrecher, am Mittwoch in Frankfurt. Vor allem in der ersten Jahreshälfte sei mit einem weiterhin schwachen Konjunkturverlauf zu rechnen, für das zweite Halbjahr erwartet Hombrecher eine Belebung der Volkswirtschaft. Insgesamt werde die Wirtschaft 2005 hierzulande um 1,25 Prozent nach 1,75 Prozent im laufenden Jahr wachsen.

Verantwortlich für die schwindende Dynamik seien sich abschwächende globale Wachstumsimpulse und die geringere Anzahl der Arbeitstage im kommenden Jahr. Es sei "kein Abschwung zu befürchten, der Aufschwung wird sich aber abschwächen", sagte Hombrecher. In der zweiten Jahreshälfte dürfte die Konjunktur jedoch durch einen Rückgang des Ölpreises bis auf 35 Dollar gestützt werden. Durchschnittlich dürfte ein Barrel Öl im kommenden Jahr 42 Dollar kosten.

Auch hinsichtlich des Staatsdefizits ist Hombrecher pessimistisch: Deutschland werde das Drei-Prozent-Kriterium für das Haushaltsdefizit erneut verfehlen. Die einseitig exportorientierte Wirtschaft werde unter dem Nachlassen der außenwirtschaftlichen Impulse leiden. "Am Verbrauch der Amerikaner hängt das Wohl und Wehe der Weltkonjunktur", sagte Hombrecher. In den USA werde das Wachstum von 4,25 Prozent auf 3,25 Prozent sinken. Durch die beispiellose Öffnung fiskal- und geldpolitischer Schleusen hätten die USA den Aufschwung erzwungen, wodurch die Wirtschaft extrem stark vom privaten Konsum abhängig geworden sei.

Angesichts des Höhenfluges des Euro hob Hombrecher hervor, dass es sich nicht um eine Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung sondern um eine Schwäche des Dollar handele. "Ich bin sicher, dass die EZB interveniert, wenn der Euro über 1,35 Dollar steigt", sagte Hombrecher. Eine "seriöse Prognose" der Kursentwicklung sei nach dem Überschreiten der Marke von 1,30 Dollar jedoch nicht möglich. Mit dem Sprung über die Marke von 1,30 Dollar habe eine Phase des Übertreibens begonnen, in der Leerverkaufspositionen und spekulative Kapitalflüsse die Entwicklung bestimmten.

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