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Wettbetrugs-Affäre: Anbieter fordern Untersuchung

In der Wettbetrugs-Affäre um den Fußball-Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen bestehen die Wettanbieter auf weiteren Ermittlungen.

dpa MÜNCHEN. In der Wettbetrugs-Affäre um den Fußball-Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen bestehen die Wettanbieter auf weiteren Ermittlungen.

Gemeinsam mit 13 weiteren Wettbüros, die im Europäischen Buchmacherverband zusammengeschlossen sind, fordert Geschäftsführer Detlef Train vom Salzburger Sportwetten-Anbieter "Intertops" eine "unverzügliche und intensive Untersuchung. Durchgeführt von unabhängigen und neutralen Experten." Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat seine Ermittlungen gegen Oberhausen wegen angeblicher Manipulationen der Partie beim FC Erzgebirge Aue (0:2) vorläufig eingestellt.

"Dies ist ein Skandal", sagte Train, "warum macht der "unabhängige DFB" eine solche zielgerichtete Aussage, anstatt seiner Aufsichts- und Kontrollfunktion im übergeordneten Interesse des Fußballs und seiner vielen Mill. Anhänger nachzugehen?" Die Kosten für die Untersuchung würden die Wettbüros übernehmen. "Der Fußball muss sauber bleiben. Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten", betonte Train.

Train stellte Mutmaßungen über "die brüderliche Nähe" des DFB zum staatlichen Anbieter "Oddset" an und fragt: "Läuft hier ein Doppelpass zwischen Politik/Fußballverband und Lotto/Oddset?" Der "Intertops"-Geschäftsführer wünschte sich, "die betreffenden Stellen gingen mit ähnlich engagiertem Einsatz, mit dem sie gegen uns private Wettanbieter vorgehen, hierbei zur Sache."

Trotz fehlender Beweise ist Train von Schiebereien bei der Partie Aue gegen Oberhausen überzeugt. "Nach meiner Kenntnis ist Aue gegen Oberhausen das erste Spiel in Deutschland, das verschoben wurde", behauptete er in der "Welt". Beim Bundesliga-Skandal 1971 gab es noch keine privaten Wettanbieter. Die Privaten wüssten, "dass da etwas faul ist." Mehrere "Intertops"-Kunden sollen den Höchstbetrag von 2 000 Euro auf Aue gesetzt haben, bei anderen Wettbüros sollen weltweit noch höhere Summen eingegangen sein. Train und etliche andere Buchmacher nahmen das Spiel zwei Stunden vor dem Anpfiff aus dem Angebot.

Angesichts dieser "ungewöhnlichen Maßnahme" hält Train es für "verwunderlich, wenn der DFB so rasch keinen Ermittlungsbedarf mehr sieht." Vielleicht wolle der Verband vor der Weltmeisterschaft keinen neuen Skandal im Profifußball. Der Vorsitzende des Kontrollausschusses, Horst Hilpert, wies diese Anschuldigungen zurück. Der Ausschuss habe die ihm gegebenen Möglichkeiten ausgeschöpft, erklärte der DFB-Chefankläger in der "Welt". Der DFB will aus dem "Fall Oberhausen" womöglich Konsequenzen ziehen und laut Hilpert prüfen, ob man ein Wettverbot für Profifußballer erlassen könne.

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