Wettbewerb belebt das Geschäft
Boomjahr für die Werbewirtschaft

Der scharfe Wettbewerb unter den Massenmedien und der Handy-Boom haben der deutschen Werbewirtschaft im Jahr 2000 einen Rekord beschert.

dpa BERLIN. Mit Einnahmen in Höhe von 33,21 Mrd. Euro (64,7 Mrd DM) und einem Zuwachs von 5,6 % sei 2000 ein Ausnahmejahr für die Werbeindustrie gewesen, sagte Manfred Lange, Präsident des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW)am Dienstag in Berlin.

Den größten Anteil am Werbekuchen erhielten die Tageszeitungen mit 6,5 Mrd. Euro (plus 8,1 %), gefolgt vom Fernsehen mit 4,7 Mrd. Euro (plus 9 %). Im Anzeigengeschäft profitierten die Zeitungen unter anderem vom Übernahmekampf zwischen den Mobilfunkanbietern Vodafone und Mannesmann, dem Börsengang der Deutschen Post sowie von Firmenumbenennungen wie Eon oder Aventis.

Kritik an neuer EU-Richtlinie

Aktivste Werbetreibende seien die Medien selbst gewesen, die für ihren mit Anzeigen ausgetragenen Wettbewerb 1,7 Mrd. Euro (plus 24,8 %) ausgaben. Für das Jahr 2001 rechnet der ZAW bei einem Werbevolumen von knapp 34 Mrd. Euro mit einer "Normalisierung". Der Zuwachs werde etwas über dem vorausgesagten Wirtschaftswachstum von 2 % liegen, sagte Lange.

Kritisch äußerte sich der Verband zu Versuchen der Bundesregierung und der EU, die Werbung stärker zu regulieren. So sollen nach einer neuen EU-Richtlinie Werbeaussagen zum Bestandteil von Verträgen werden. Das Bundeswirtschaftsministerium plane eine Verordnung, wonach bei der Automobilwerbung Benzinverbrauch und Ausstoß von Kohlendioxid verbindlich genannt werden müssen. "Es droht die Gefahr, dass wir künftig hinter jeden Werbetexter nicht nur einen, sondern zwei Juristen stellen müssen", sagte Lange.

Dabei hätten sich die Werbeagenturen viel früher als die Politik auf die veränderten Einstellungen in der Gesellschaft angepasst, sagte Lange. Der Kunde von heute sei ein selbstbewusster Mensch, der nicht mehr betreut werden müsse. Als Beispiel nannte er die Werbung mit Homosexuellen. Werbende Firmen müssten nicht mehr den Verlust ihrer Standardkundschaft befürchten, wenn sie Schwule in ihre Werbung aufnehmen.

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