Wettbewerb
Kartellamt untersucht Preiskampf im Lebensmittelhandel

dpa BONN. Das Bundeskartellamt nimmt den Preiskampf im deutschen Lebensmittelhandel jetzt mit einem schärferen Instrument unter die Lupe. An die Supermarktketten Lidl, Norma, Aldi, Plus und Wal-Mart, die gegenwärtig überprüft werden, seien genaue Auslegungsgrundsätze zum so genannten Einstandspreis geschickt worden. Das teilte der Kartellamtspräsident Ulf Böge am Dienstag in Bonn mit. Die Behörde wolle trotz ihrer Maßnahmen gegen ein verbotenes Preisdumping im Einzelhandel nicht in die Rolle eines "Preiskommissars" geraten.

Großunternehmen dürften auf Grund ihrer Marktmacht nicht die Gelegenheit bekommen, mittelständische Unternehmen durch gezielte Strategien vom Markt zu verdrängen. "Beim Einstandspreis gehen wir zunächst vom Listenpreis der Lieferanten aus", erläuterte Böge. Davon seien Skonti, Rabatte, Sonderprämien und Vergütungen abzuziehen. Bei pauschalen Nachlässen werde eine Umrechnung auf den Umsatzteil des jeweiligen Artikels vorgenommen. Der fertige Text werde nach der Sommerpause als Bekanntmachung des Kartellamtes veröffentlicht.

Das Verfahren gegen die amerikanische Einzelhandelskette Wal-Mart, die als Auslöser der jüngsten Preiskampfrunde gilt, ist nach Angaben des Kartellamtes noch nicht abgeschlossen. "Wir müssen noch einige Posten überprüfen", sagte ein Behördensprecher. Die Behörde erwarte eine abschließenden Stellungnahme der Unternehmen bis Ende August.

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