Wettbewerb unter den Sponoren
Nike-Teams dominieren die Fußball-EM

Großer Erfolg für Fußball-Sponsor Nike: Alle Teams, die sein Logo tragen, haben die Vorrunde überstanden. Puma hatte weniger Glück. Doch der Konzern macht gute Miene zum bösen Spiel.

MÜNCHEN. Sämtliche von Nike ausgestatteten Mannschaften haben die Vorrunde der Fußball-Europameisterschaft überstanden. Lediglich die Schweden, die mit Trikots der Nike-Tochter Umbro aufgelaufen sind, mussten bereits den Weg in die Heimat antreten.

Ein sportliches Desaster ist die EM in der Schweiz und Österreich allerdings für Wettbewerber Puma. Von den fünf Teams des drittgrößten Sportkonzerns der Welt hat es lediglich Italien ins Viertelfinale geschafft. Unter die Räder kamen auch drei Mannschaften von Adidas, der Nummer zwei der Branche: Frankreich zeigte eine blamable Vorstellung, auch Rumänien und Griechenland enttäuschten. In die Runde der letzten Acht haben es lediglich die Adidas-Mannschaften Deutschland und Spanien geschafft.

Wirtschaftlich hält sich der Schaden durch das schwache Abschneiden der Teams für die beiden deutschen Sportkonzerne allerdings offenbar in Grenzen. Die Rivalen zeigten sich in den vergangenen Tagen sogar außerordentlich zufrieden. Im Vergleich zur Weltmeisterschaft vor zwei Jahren sei der Umsatz mit Fußballartikeln um einen zweistelligen Prozentsatz gestiegen, teilte Adidas Anfang der Woche mit. Gegenüber der EM 2004 in Portugal seien die Erlöse sogar um die Hälfte geklettert, freut sich Adidas-Chef Herbert Hainer: "Wir haben es geschafft, den Schwung der WM im eigenen Land mitzunehmen und unsere Marktführerschaft im weltweiten Fußballgeschäft weiter auszubauen."

Genauso positiv gibt sich Puma: Die Umsätze im Fußball-Geschäft lägen in diesem Jahr bislang um mehr als zehn Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist, sagte Puma-Fußball-Chef Filip Trulsson. Nachprüfen lassen sich diese Angaben allerdings nicht, da die Konzerne ihre Erlöse nicht nach einzelnen Sportarten aufgliedern. Nike machte bis jetzt keine Angaben zu den Fußball-Erlösen in diesem Jahr.

Mit einem Quartalsumsatz von zuletzt 2,9 Mrd. Euro ist Nike unangefochtener Marktführer in der Sportindustrie vor Adidas mit 2,6 Mrd. Euro. Puma kam auf 741 Mill. Euro. Im Fußball sieht sich Adidas seit Jahrzehnten als Nummer eins. Nach dem Laufen ist Fußball die wichtigste Sportart für die gesamte Branche.

Die sportlichen Erfolge von Nike in den Fußballstadien zwischen Wien und Genf haben bis jetzt keinen positiven Einfluss auf den Aktienkurs des Konzerns von der amerikanischen Westküste. Seit dem Eröffnungsspiel Anfang Juni ist die Aktie leicht gefallen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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