Wettbewerbe verschoben
Slalom-Kanuten müssen sich gedulden

Ein Gewitter über Peking hat am Donnerstag zu Verschiebungen im Wettkampfprogramm der Slalom-Kanuten geführt. Der Finallauf im Zweier-Canadier und das komplette Frauen-Rennen wurden auf Freitag verlegt.

Im Zweier-Canadier führen überraschend die Deutschen Felix Michel/Sebastian Piersig (Spremberg). Nach dem Halbfinallauf der Zweier-Canadier hatte zunächst der Rennbeginn der Frauen um eine Stunde verschoben werden müssen. Dann entschied die Jury unter der Leitung des Franzosen Jean-Michel Prono auf die endgültige Absage für Donnerstag. Das komplette Einerkajak-Rennen mit Jennifer Bongardt und das Finale der Zweier-Canadier sollen am Freitag (ab 15.00 Uhr Ortszeit/9.00 Uhr Mesz) stattfinden.

"Wer Olympiasieger werden will, muss auch damit klarkommen. Wir haben jetzt eben länger Zeit, uns richtig gut vorzubereiten", sagte Piersig. Gold-Held Alexander Grimm, der solche Wetterkapriolen noch nie erlebte, war vom Lauf begeistert: "So habe ich sie noch nie runterfahren sehen. Ich habe nur einen Tipp: cool bleiben. Ich glaube, die schaffen das."

Cheftrainer Jürgen Köhler war mit dem Abbruch alles andere als glücklich. "Unwetter sieht anders aus. Ich hätte vielleicht nicht so rigoros abgebrochen, es hat ja dann nicht mehr geblitzt", meinte er: "Ich hoffe, dass unsere Athleten mit dieser Situation zurechtkommen. Aber das Dilemma betrifft ja alle Starter." ICF-Generalsekretär Simon Toulsen (Großbritannien) verteidigte den Abbruch-Beschluss auch mit der nahenden abendlichen Dunkelheit.

Bongardt: "Es ist besser so"

Doppel-Weltmeisterin Jennifer Bongardt (Köln) hielt die Entscheidung letztlich für richtig, auch wenn sie ihren für Freitag geplanten Rückflug in die Heimat wegen eines anstehenden Urlaubs mit dem Freund verschieben muss. "Es ist besser so. Wenn immer wieder ein Stückchen verschoben wird, geht die Spannung verloren", sagte die Favoritin. Zuvor hatte sich ihr Halbfinale zweimal um eine halbe Stunde verzögert.

Die Jury unter Vorsitz des Franzosen Jean-Michel Prono verlegte erstmals in der Olympia-Geschichte einen Slalom-Wettbewerb auf den nächsten Tag. Ulrich Feldhoff, Präsident des Kanu-Weltverbandes ICF, sagte: "Bei einem Gewitter muss man unterbrechen, um die Gesundheit der Athleten nicht zu gefährden."

Die Startzeiten für Freitag wurden in Abstimmung mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) festgelegt. Das Einerkajak-Halbfinale beginnt um 15.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr Mesz), es folgen das Zweiercanadier-Finale (16.17 Uhr/10.17) und der Endlauf im Einerkajak (17.10/11.10).

© SID

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