Wettbewerber fürchten technische Probleme: Telekom erwartet kaum Einbußen im Ortsnetz

Wettbewerber fürchten technische Probleme
Telekom erwartet kaum Einbußen im Ortsnetz

Die Deutsche Telekom schlägt neue Töne an im Umgang mit ihrer Konkurrenz: Die technischen Details für mehr Wettbewerb bei Ortsgesprächen würden rechtzeitig geklärt. "Das Call-by-Call und Preselection im Ortsnetz kann zu den angekündigten Terminen starten", sagte Josef Brauner, im Telekom-Vorstand für das Festnetz verantwortlich, dem Handelsblatt.

slo HANNOVER. Zuletzt hatten Wettbewerber wie Arcor auf der Cebit Bedenken geäußert: Ob die technischen Probleme rechtzeitig gelöst würden, sei keineswegs sicher, sagte Arcor-Chef Harald Stöber. Die Regulierungsbehörde hatte festgelegt: Ab 25. April sollen Kunden für Ortsgespräche den gewünschten Anbieter über eigene Vorwahlnummern (Call-by-Call) wählen können. Ab 9. Juli sollen sie auch dauerhaft für alle lokalen Telefonate zu einem Wettbewerber der Telekom wechseln können (Preselection).

Experten erwarten, dass dies dem Bonner Konzern allenfalls einen geringen Umsatzrückgang einbringen wird - 300 bis 500 Mill. Euro, nicht gerade viel angesichts des Jahresumsatzes der Festnetzsparte von 30,2 Mrd. Euro. Brauner sieht den Sturm auf die letzte Telekom-Bastion ebenfalls gelassen: "Was wir über Call-by-Call verlieren, werden wir wohl teilweise durch Carrier Services kompensieren können", sagte Brauner. Damit meint er die Einnahmen, die dem Konzern zukommen, wenn die neuen Ortsnetzwettbewerber Telekom-Leitungen für ihre Ortsnetz-Dienste mieten.

Die Telekom versucht derzeit, die Effizienz ihrer Cash-Cow, der Festnetzsparte, zu steigern - mit dem Ziel, die Kosten die zu drücken. Einer der Schritte: "Wir haben inzwischen die Zahl unser Produktvarianten von ursprünglich mal 40 000 auf 15 000 reduziert, seit mehr als einem Jahr werden keine Produkte mehr freigegeben, deren Bestellung wir nicht auf elektronischem Wege bearbeiten können", berichtete Brauner. Diese Schritte, das Geschäft effizienter zu machen, werden nach Expertenschätzungen die jährlichen Kosten des Konzerns um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag senken.

Um mehr Kunden für die teureren Anschlussarten DSL und ISDN zu gewinnen, hat der Konzern in seine Infrastruktur in den neuen Bundesländern investiert, die teilweise nicht DSL-fähig war. Die Ausgaben beginnen sich zu rentieren: Der Konzern hat laut Brauner in diese Regionen 180 000 Haushalte als ISDN- oder DSL-Kunden gewonnen.

DSL ist einer der wenigen Wachstumsmärkte im Festnetzgeschäft. Die Telekom ist Marktführer mit einem Anteil von etwa 95 %. Der Konzern hat 3,4 Millionen Kunden für den Internet-Turbo. Die Telekom-Festnetzsäule investiert zudem in den Aufbau schneller Internetzugänge über die WLAN-Technik. "WLAN und DSL haben Priorität bei unserer Strategie", sagte Brauner. Die Funktechnik WLAN soll künftig nicht nur für das Surfen im Internet genutzt werden, sondern "verstärkt auch bei der Kommunikation von Maschine zu Maschine, beispielsweise beim Ablesen von Heizungsmessgeräten im Haushalt", so Brauner.

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