Wettbewerbsfähigkeit dank Restrukturierung verbessert
Holzmann spürt Bauflaute im Inland

ap FRANKFURT/MAIN. Ein Jahr nach der Beinahepleite bekommt der Holzmann-Konzern die dramatische Bauflaute im Inland deutlich zu spüren. Das Unternehmen rechnet nach eigenen Angaben vom Dienstag nur noch mit einem ausgeglichenen Konzernergebnis in 2000. Im Gegensatz zum Inland entwickelte sich das Auslandsgeschäft aber positiv. Holzmann berichtete von neuen Großaufträgen. Insgesamt habe die Restrukturierung gegriffen. Der Personalabbau solle bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Ursachen für die Milliardenverluste im vergangenen Jahr seien in den zurückliegenden Monaten weitgehend beseitigt worden, teilte der Baukonzern am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Neue Großaufträge belegten das wachsende Vertrauen in die technische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens.

In den vergangenen Wochen erhielt der Baukonzern nach eigenen Angaben den Zuschlag für mehrere Großprojekte, darunter den Auftrag für einen Bauabschnitt zur Untertunnelung des Bosporus. Für das Gesamtjahr prognostiziere das Unternehmen einen Auftragsbestand von etwa 15 Mrd. DM, sagte eine Sprecherin. Die Konzernleistung soll zum Ende des Geschäftsjahres etwa 13 Mrd. DM nach zwölf Mrd. im Vorjahr betragen. Über sieben Mrd. DM werden voraussichtlich aus dem Ausland stammen. Im Inland werden bis Ende des Jahres dagegen 25 Standorte geschlossen. Ein Rückgang der Leistung im inländischen Baugeschäfts der Hauptniederlassungen von 4,2 Mrd. DM 1998 auf etwa 2,5 Mrd. DM werde als Folge des Kapazitätsschnitts bewusst in Kauf genommen.

Bis Ende des Jahres werden den Angaben zufolge 5 900 Mitarbeiter den Konzern verlassen haben. Der Personalabbau sei damit abgeschlossen. Eine marktbedingte Verringerung der Mitarbeiterzahl könne jedoch auch künftig nicht völlig ausgeschlossen werden. Auch die Folgen einer weiteren Verschlechterung der inländischen Baukonjunktur seien gegenwärtig noch nicht abschätzbar.

Bis Ende September erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben Einsparungen von 520 Mill. DM durch die Senkung der Allgemeinen Geschäftskosten. Die Zahl der zum Teil verlustreichen Beteiligungen soll von 600 auf 300 bis 350 verringert werden. Bis Ende September wurden bereits 108 Beteiligungen verkauft, liquidiert oder verschmolzen. Holzmann werde den eingeschlagenen Restrukturierungskurs im kommenden Jahr mit Nachdruck verfolgen und sich noch verstärkt auf den Auslandsmärkten engagieren, ohne dabei jedoch den Inlandsmarkt aus dem Auge zu verlieren, teilte das Unternehmen weiter mit. Im vergangenen Jahr war der Traditionskonzern mit einem Minus von 2,71 Mrd. DM nur knapp der Pleite entgangen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%