Wettbewerbsniveau in Deutschland sei nahezu erreicht
Studie prognostiziert steigende Strompreise

Nach ersten Preissenkungen im Zuge der Öffnung des europäischen Strommarktes sollen die Strompreise kurzfristig teuer werden. Das ist das Fazit der Studie "Der europäische Strommarkt", erstellt von der DG Bank .

sim DÜSSELDORF. Als Grund wird in der Studie die fast abgeschlossene Umstellung der Lieferverträge und Preise auf das Wettbewerbsniveau in Deutschland angegeben. Der Strompreis sei von Entwicklungen im Inland abhängig und derzeit insbesondere von staatlichen Regulierungen bestimmt. Ein zukünftig höherer Strompreis sei teilweise auf die Umlage zur Förderung regenerativer Energien zurückzuführen. Erheblichen Anteil daran habe allerdings die Korrektur des starken Preisverfalls des letzten Jahres.
Auf europäischer Ebene stehe ein bedeutender Teil der Auswirkungen der Liberalisierung noch bevor. Die Durchleitung von Strom durch fremde Netze werde noch zahlreich behindert. Beispielsweise haben noch lange nicht alle EU-Länder ihren gesamten Strommarkt für den Wettbewerb geöffnet. Frankreich und Griechenland orientierten sich zurzeit nur an den Minimalforderungen der EU-Richtlinie. Portugal erfülle nicht einmal diese. Auf dem portugiesischen Strommarkt könnten bisher nur Kunden mit einem jährlichen Verbrauch über 9 GWh ihren Stromversorger frei wählen. Für osteuropäische Länder gelte die Öffnung des Strommarktes als Voraussetzung für den EU-Beitritt. Dementsprechend ernst nähmen beispielsweise Polen, die Tschechische Republik und Ungarn die Liberalisierung ihres Energiemarktes.

Mit neuen Marketingstrategien passen sich die Unternehmen an

Auch die meisten Unternehmen müssten sich noch den neuen Marktbedingungen anpassen, wird in der Studie festgestellt. Seit der Neuregelung des deutschen Energiewirtschaftsrechts vom 29. April 1998 kann sich der Kunde seinen Stromversorger aussuchen und die Netzbetreiber müssen dessen Strom zu akzeptablen Bedingungen weiterleiten. Das führte zu einem Wettbewerb, den die deutschen "Energieriesen" mit gesenkten Strompreisen zu gewinnen versuchen. Neu ist auch, dass Energieversorger versuchen die Kundenbindung durch Marketingmaßnahmen zu verbessern. Werbesprüche wie "Der Strom ist gelb" oder "Mein Strom ist aus Wasser" sollen das im Grunde homogene Produkt von dem der Mitbewerber abgrenzen.

Die Studie "Der europäische Strommarkt" beleuchtet die Energiemärkte im Umbruch und gibt Auskunft über Rahmenbedingungen und Strategien im Wettbewerb. Weitere Punkte der Studie sind die Faktoren der Nachfrage und die Akteure im europäischen Strommarkt. Vorgestellt werden die Modelle der Marktöffnung, die Fördermaßnahmen für erneuerbare Energien und die Problematik der Kernenergie. Neben Deutschland hat auch Schweden den Rückzug aus der Kernenergie angekündigt. Italien hat bereits 1987 seine Kernkraftwerke stillgelegt.

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