Wettbewerbswidrige Preisnachlässe
C&A muss eine Million Euro Strafe zahlen

Die Bekleidungskette C&A hat den Rechtsstreit um ihre Rabattaktion bei der Einführung des Euro-Bargelds verloren und muss eine Million Euro Strafe zahlen.

Reuters DÜSSELDORF. C&A wird nach Angaben eines Sprechers gegen das Urteil Berufung vor dem Oberlandesgericht einlegen.

Die Düsseldorfer Richter stuften am Mittwoch die von C&A gewährten, umstrittenen Preisnachlässe als wettbewerbswidrig ein und bestätigten nach Angaben eines Gerichtssprechers fünf Anträge auf Ordnungsgeld von jeweils 200 000 Euro. Mit den Anträgen wurde dem Textilkonzern untersagt, bei der Euro-Umstellung Preisnachlässe von 20 Prozent zu gewähren (Az: 34013/02, 34 O 14/02, 34 O 30/02). C&A hatte diesen Rabatt zunächst nur bei Kartenzahlung angeboten und später diese Aktion auf alle Kunden ausgeweitet. Der Rechtsstreit hatte eine bundesweite Diskussion über das geltende Wettbewerbsrecht ausgelöst.

"Wir sind von dem Urteil sehr überrascht, werden die Begründung lesen und auf jeden Fall in die Berufung gehen", sagte ein C&A-Sprecher. Das Handelshaus glaube weiterhin im Sinne des Verbrauchers gehandelt zu haben. Schließlich sei das Wettbewerbsrecht vor über 70 Jahren erlassen worden und die Vorschriften für Rabattaktionen nicht mehr zeitgemäß, sagte der C&A-Sprecher weiter.

Geklagt hatten gegen die Sonderaktion zwei Verbände: der Düsseldorfer Verein zur Wahrung des lauteren Wettbewerbs und die Bad Homburger Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. C&A ist selbst zahlendes Mitglied in dem Bad Homburger Verein.

Nach früheren Angaben profitierte die Bekleidungskette von der umstrittenen Rabattaktion kräftig. Kundenfrequenz und Umsatz seien zweistellig gestiegen, sagte C&A-Deutschland-Chef Dominic Brenninkmeyer Mitte Januar.

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