Wette auf das Jahr 2004
Investitionen in die Zukunft

Dass auf der weltgrößten Autoschau in Frankfurt die neusten Trends und Visionen der Autowelt präsentiert werden, ist ja selbstverständlich. Doch auch Anleger sollten aufhorchen! Denn was heute gerade erst in den Startlöchern steht, soll morgen oft ein großen Beitrag zum Unternehmens-Erfolg leisten.

HB FRANKFURT. "2004 wird alles besser". So könnte das Motto der diesjährigen Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt lauten. Der Anleger darf eine Vielzahl neuer Modelle erwarten. Vor allem aber ist mit einer Fülle von Nachrichten insbesondere aus der deutschen Automobilindustrie zu rechnen. Diese dürften aber sämtlich zukunftsgerichtet sein. Das Investment in Autoaktien wird daher "eine Wette auf das Jahr 2004" bleiben, meint Automobilanalyst Patrick Juchemich von Sal. Oppenheim.

Wer auf die Daimler-Chrysler AG setzen will, sollte sich auf der IAA an die Fersen von Chrysler-CEO Dieter Zetsche heften. Nach einem Verlust von fast einer Milliarden Euro im zweiten Quartal steht und fällt der Aktienkurs des Konzerns mit dem Abschneiden der US-Tochter. Zetsche muss erklären, wie er bis zum Jahresende rund 850 Millionen Euro Ertrag aufholen will, damit Chrysler das avisierte leicht positive Betriebsergebnis erreicht. Angesichts dieser Dimensionen sind die immer interessanten Absatzzahlen der Mercedes Car Group, die der verantwortliche Vorstand Jürgen Hubbert veröffentlichen wird, fast nur noch schmückendes Beiwerk.

Dass Volkswagen aktuelle Absatzzahlen veröffentlicht, ist eher nicht zu erwarten, da sich der Konzern bereits vor längerem dazu entschlossen hat, diese zwischen den Quartalen nicht mehr zu nennen. Im Mittelpunkt steht aber sowieso der neue Golf, mit dem der Konzern ab dem kommenden Jahr wieder zu höheren Margen strebt. Während das laufende Jahr ertragsseitig für den Konzern abgeschrieben ist - der operative Gewinn wird definitiv deutlich sinken - dürften die Händler aber für jegliche Indikation des Konzerns zum Jahr 2004 dankbar sein. Interessant sein werden wohl auch Ausagen zur Konzernstrategie mit den "kleineren" Marken Seat und Skoda.

BMW wird in einer Weltpremiere den X3 und das 6er Coupe präsentieren und die strategische Bedeutung dieser Modelle für den Konzern erläutern. Allerdings dürfte die Pressekonferenz relativ produktlastig werden, so dass es dem Vorstand in den Interviews überlassen ist, die Aussichten 2004 zu untermauern. Vor allem wird interessant sein, wie dem schwächelnden Absatz der Marke BMW entgegengewirkt wird - bis Jahresende soll ja ein neuer Rekordwert erzielt werden. Derzeit sorgt nur der Mini für bessere Absatzzahlen.

Konkreter wird es bei der schwäbischen Edelschmiede Porsche zugehen. Die Zuffenhausener werden das Forum nutzen, um vorläufige Absatz-, Umsatz- und Produktionszahlen zum Geschäftsjahr (per 31. Juli) zu präsentieren: Dass der Umsatz dank des Cayenne kräftig gestiegen sind, daran gibt es nicht den geringsten Zweifel - trotz des drastisch eingebrochenen Sportwagenabsatzes. Die Frage ist, wie der Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking die Erfolgsstory fortsetzen will. Begierig harren deshalb sowohl die Finanzgemeinde als auch Porsche-Fans mal wieder auf den kleinsten Hinweis zur sehnlichst erwarteten vierten Baureihe. Interessant wird außerdem sein, welches Potenzial Wiedeking dem "kleinen" Cayenne beimisst.

Bei den Zulieferern wird das Augenmerk vor allem auf Continental gerichtet sein. Beim Dax-Aufsteiger wird sich der Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer zu den langfristigen Zielen und Plänen des Unternehmens äußern, wobei durchaus mit Neuigkeiten gerechnet werden darf. In den Mittelpunkt der Produktpräsentation werden Produkte der Sicherheitstechnik gestellt. Bei der Robert Bosch GmbH hat Franz Fehrenbach seinen ersten großen öffentlichen Auftritt: Der neue Vorsitzende der Geschäftsführung wird einen Zwischenbericht für den Konzern und die Kfz-Sparte vorlegen und einen Ausblick auf das laufende Jahr geben.

Auf Kursgewinne durch die IAA sollten die Anleger allerdings nicht spekulieren. Denn in der Regel laufen die Autoaktien bereits vor der weltweit größten Messe nach oben, um in den Wochen während und nach der Messe das Niveau wieder nach unten zu korrigieren. "Das ist auch dieses Jahr zu erwarten", glaubt Analyst Juchemich.

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