Wetter drückt Stimmung und Leistung
Tour der Hartgesottenen

Das miese Wetter seit dem Start in Lüttich drückt nicht nur die Stimmung und die Zahl der Zuschauer am Straßenrand: Regen, Sturm und tiefe Temperaturen heben den Krankenstand und beeinflussen das Rennen ganz direkt, abgesehen von Vorlieben oder Abneigungen Einzelner.

HB BONNEVAL. Lance Armstrong hat mit Tiefausläufern indes keine Probleme. Seinen ersten großen Erfolg als Profi feierte er 1993 als Weltmeister im Regenrennen von Oslo. Sein Herausforderer Jan Ullrich ist bekanntlich ein Sonnenkind und wartet auf nichts sehnlicher, als auf einen Wetterumschwung. "Ich träume davon, dass wir nach dem Transfer aus der Bretagne in Limoges aus dem Flugzeug steigen, und es ist mit einem Schlag 30 Grad warm", sagte sein Betreuer Rudy Pevenage und dachte an das Einzelzeitfahren des Vorjahres in Cap Decouverte, in dem Ullrich Armstrong in Grund und Boden fuhr - bei knapp 40 Grad.

Allerdings erinnert sich der Belgier an einen Tourbeginn mit noch schlechterem Wetter: "1980, als ich zehn Tage im Gelben Trikot fuhr, regnete es vom Start in Frankfurt bis Bordeaux, und es war eiskalt. Damals waren Trikots und Hosen noch aus Wolle. Im Ziel hatten sie sich so mit Wasser vollgesogen, dass du fünf Kilo schwerer warst." Der Österreicher Peter Wrolich vom Team Gerolsteiner hat in diesem Jahr "noch keinen Frühjahrs-Klassiker mit solch miesem Wetter" erlebt und die Prognosen für die nächsten Tour-Tage lassen in der Bretagne nichts Besseres erwarten.

Auf der 5. Etappe von Amiens nach Chartres segelten die Profis bei Dauerregen und Sturmböen reihenweise über den glitschigen Asphalt. Der bisher leer ausgegangene italienische Supersprinter und Weltranglisten-Spitzenreiter Alessandro Petacchi bezahlte mit einer Schulterverletzung und der Tour-Aufgabe eine hohe Rechnung. Rolf Aldag (Ahlen) und Matthias Kessler (Nürnberg) vom T Mobile-Team - klagen über Knie-Belessuren. Auch in anderen Teams ist die Verletzten-Liste nach erst sechs Tour-Tagen lang.

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