Wetter spielt vollkommen verrückt
Katastrophenalarm in Bayern und im Erzgebirge

In fast allen Bundesländern machte der Regen den Menschen weiter zu schaffen; Feuerwehren und Technisches Hilfswerk waren im Dauereinsatz.

HB/dpa HAMBURG. Der Deutsche Wetterdienst gab für mehrere Regionen im Osten am Montag neue Unwetterwarnungen aus. Örtlich sollte es Gewitter mit bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter geben. In mehreren bayerischen Landkreisen, in Orten des Erzgebirges (Sachsen) und an der Pleiße im Altenburger Land (Thüringen) galt am Montag Katastrophenalarm. Ob in Schleswig-Holstein oder Niedersachsen, in Berlin, Thüringen oder Sachsen: Tausende Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet. In Leipzig herrschte der Ausnahmezustand, die Feuerwehr rückte am Vormittag zu rund 560 Einsätzen aus. Auch Dresden hatte mit dem Wasser zu kämpfen.

Im Erzgebirge führte ein schweres Unwetter mit Zentrum über dem Flöhatal zu Überflutungen. Zur Unterstützung der Feuerwehr wurden Technisches Hilfswerk und Bundeswehr angefordert. Schulkinder wurden wieder nach Hause geschickt. Das Flüsschen Schweinitz, das sonst 1,50 Meter breit ist, hatte sich unmittelbar an der Grenze zu Tschechien auf 100 Meter ausgedehnt. In einigen Gemeinden mussten die Bewohner ihre Häuser verlassen, betroffen war unter anderem ein Asylbewerberheim. Glashütte (Weißeritzkreis) wurde von einem Dammbruch bedroht; das Rückhaltebecken der Müglitz war bis zur Oberkante gefüllt.

In Bayern war die Lage besonders kritisch in Traunstein. "Der Stadtteil Miesenbach ist komplett überflutet", sagte Polizeisprecher Fritz Braun. In der Unteren Stadt wurden die Häuser und die Jugendherberge evakuiert. Die Ortschaft Ruhpolding war wegen der Überflutungen von der Außenwelt abgeschnitten, in der Gemeinde Unterwössen standen fast alle Straßen unter Wasser.

Wegen der zunächst gestiegenen Pegelstände an den südlichen Zuflüssen der Donau wurde in Passau ein neues Rekord-Hochwasser mit einem Pegelstand von 10,50 Metern erwartet. Die Behörden in der niederbayerischen Drei-Flüsse-Stadt ließen die aufgestellten Hochwasserstege wieder abbauen. Denn am Montagabend würden Teile der Innenstadt wohl nur noch über Boote erreichbar sein, sagte ein Polizeisprecher. Für die erwartete Flutwelle, die noch über dem Pegelstand von 9,60 Meter beim "Jahrhunderthochwasser" vom Mai 1999 liege, seien die Stege nicht hoch genug.

Auf den überfluteten Straßen kam es zu schweren Unfällen. In Mecklenburg-Vorpommern starb eine 30 Jahre alte Polizistin bei einem Hochwassereinsatz. Ihr Auto war bei starkem Regen zwischen Schwerin und Wismar in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und hatte sich mehrfach überschlagen. Auf der Autobahn A 4 bei Jena kam es bei strömendem Regen zu einem schweren Verkehrsunfall, ein Mann starb, neun Menschen wurden verletzt. Wegen der Überschwemmungen in Südbayern sperrte die Deutsche Bahn am Montag mehrere regionale Bahnstrecken.

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