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We´ve come a long way

An der Wall Street hofft man nun den baldigen Showdown. Wird Alan Greenspan Anfang kommender Woche die Zinsen um 50 Basispunkte senken? Diese Spekulation rettete den Nasdaq Index zum Wochenschluss aus der Verlustzone. Der Dow konnte einen Teil seiner Verluste wieder wett machen, schaffte den Sprung in die Gewinnzone jedoch nicht.

Die Experten zahlreicher Brokerhäuser meldeten sich in der zweiten Handelshälfte am Freitag zu Wort. Sollte das Konsumentenvertrauen im Februar geringer ausfallen, als von den Experten erwartet, sei Alan Greenspan gezwungen, möglichst bald zu handeln. Eine Entscheidung bis zur nächsten Notenbanksitzung am 20. März aufzuschieben, dürfte verheerende Folgen für die Märkte haben, die schon lange auf einen weiteren Schritt der US-Notenbank warten.



Der Chefökonom von Bear Stearns sieht die Wahrscheinlichkeit, dass Alan Greenspan die US-Leitzinsen in der kommenden Woche senken könnte bei 60 Prozent. Zwar senkt Brokerhaus Lehman Brothers die Jahreserwartungen für den Nasdaq Index, so habe das US-High-Tech-Barometer noch genug Luft um Punktgewinne zu verzeichnen.



Nach den Schrecken der frühen Handelsstunden kam zum Börsenschluss schließlich doch noch Wochenendvorfreude auf. Viele Werte konnten sich von den größten Verlusten des Tages gegen Abend erholen. Motorola und Sun Microsystems verdarben den Börsianern die Wochenendstimmung am Morgen noch einmal gehörig. Sorgen bei IBM und Qualcomm strapazierten die Nerven von Anlegern und Investoren zusätzlich.



Der Computersektor und der Dow Jones Index wurden zum Wochenschluss vor allem durch die Abstufung des Computerherstellers IBM belastet. Die Analysten vom Brokerhaus Salomon Smith Barney reduzierten das Kursziel von Big Blues um fünf Dollar auf 135 Dollar. Gleichzeitig reduzierten sie die Gewinn- und Umsatzschätzungen.



Im Nasdaq Index musste der Telekomsektor Federn lassen. Qualcomm hatte gewarnt, dass die Auslieferung der Mobildienste der dritten Generation in Europa um zwei Jahre verzögert würde. Die Analysten von Deutsche Banc Alex Brown reduzierten das Kursziel von "aggressive kaufen" auf "kaufen". Doch es war nicht Qualcomm allein, die gegen das Analystenurteil zu kämpfen hatten. Die Experten stuften auch andere Unternehmen aus dem Mobilfunksektor ab. Die Aktie verlor am Freitag erneut an Wert, nachdem die Aktie bereits die Woche über die Position des größten Nasdaq-Verlierers nicht verlassen wollte. Im Sog von Qualcomm ging es auch für Branchenkonkurrent Nortel in die Verlustzone.



Motorola

tat das Übrige, um dem Telekommunikationssektor einen Seitenhieb zu verpassen. Der Mobilfunkhersteller werde im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres voraussichtlich statt des erwarteten Gewinns von 21 Cents pro Aktie einen Verlust ausweisen, warnte Motorola die Anleger. Verantwortlich für den Verlust sei wie so oft das kränkelnde US-Wirtschaftswachstum. Die schlechten Nachrichten machten auch vor der Konkurrenz nicht halt. Nokia und Ericsson büßten ebenfalls an Wert ein.



Die Erwartungen der Investoren für Sun Microsystems wurden enttäuscht. Der Serverhersteller hatte gestern nach Börsenschluss die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal fast halbiert. Das Unternehmen prognostiziert einen Gewinn zwischen sieben und neun Cents pro Aktie. Die Analysten von Lehman Brothers, Goldman Sachs und Credit Suisse First Boston reduzierten zwar ihre Prognosen, bestätigten jedoch ihre Empfehlungen für die Aktie. Sun notierte zu Börsenbeginn weit in der Verlustzone, konnte jedoch bis zum Mittag wieder an Wert gewinnen und die Verluste verkleinern. Das Papier notiert jedoch weiter im Minus.



Gute Nachrichten nützten Intel am Freitag weiter. Die Aktie des Chipherstellers notierte während der Börsensitzung am Freitag auf ihrem 52-Wochentief. Intel und der Datenspeicherhersteller Network Appliance gaben zum Wochenschluss einen weiteren Meilenstein in der siebenjährigen Kooperation der Unternehmen bekannt. Für rund eine Milliarde Dollar werden die beiden Technologieunternehmen Produkte und Dienstleistungen austauschen.



Ein ähnliches Schicksal trifft den Anbieter von E-Commerce BEA Systems. Die Konsensschätzungen wurden mit einem Gewinn von zehn Cents pro Aktie um einen Cent zwar übertroffen. Mit einem Umsatz von 256 Millionen Dollar hat das Unternehmen die Prognosen um vier Millionen Dollar verfehlt. Ebenso wie Qualcomm verlort das Papier an Wert. +

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