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WG: Wir sind alle beleidigt

...da war wohl an der komplizierten Adresse ein Buchstäblein zu viel. gruß Tichy > -----Ursprüngliche Nachricht----- > Von: Tichy, Roland > Gesendet:Dienstag, 16.

...da war wohl an der komplizierten Adresse ein Buchstäblein zu viel.

gruß
Tichy

> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: Tichy, Roland
> Gesendet:Dienstag, 16. August 2005 10:47
> An:'1WAAS_hbgr029moblogg.de'
> Cc:hb.gr-supportvhb.de
> Betreff:Wir sind alle beleidigt
>
>
>
> von Roland Tichy
>
>
>
> Heute morgen bin ich aufgestanden, und schon nach den Frühnachrichten war mir klar:
>
> Heute ist wieder ein guter Tag.
> Heute kann ich wieder richtig beleidigt sein.
> Heute haben sich Wahlkämpfer zu Bayern, Steuern, Beserverdienern, Journalisten und Katholiken geäußert.
>
> Da wird sich sicher was finden.
> Denn die Kunst, jemanden zu finden, über den man sich ärgert, ist eine deutsche Kunst geworden, die im Wahlkampf zur hohen Meisterschaft gebracht wird.
>
> Wir erinnern uns: Da macht sich ein Innenminsiter Sorgen darüber, dass die wirtschaftliche und soziale Lage in Ostdeutschland sich in besonders häßlichen Formen der Gewaltkriminalität auswirkt.
> Folge: Alle Ossis beleidigt! Alle. er muß sich entschuldigen, seine Partei rückt von ihm ab.
>
> Da spricht Edmund Stoiber die Tatsache an, dass der hohe Wähleranteil der SED/PDS/WSAG in Ostdeutschland Auswirkungen auf das Gesamtergebnis haben kann, und nennt deren Wähler "Frustrierte".
> Aufregung! Aufregung satt. Entschuldigung wird eingefordert, insbesondere von der Arbeitsgruppe Ost der SPD.
>
> Hat Stoiber aber nicht, sondern erklärt, dass es ja die SED/PDS war, die die eigentliche Ursache für die Lage in Ostdeutschland geschaffen hat.
> Er zitiert dazu Berthold Brecht, den Großdichter und lange Jahre (bis ihm das zu bunt wurde) Staatsdichter der DDR mit dem hübschen Satz:
>
> "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber".
>
> Wie reagiert die veröffentlichte Meinung?
> Stoiber habe die Ostdeutschen als Rinder herabgewürdigt.
>
> Dümmer geht es nimmer.
>
> Seither plappern die Rusts und wie sie alle heißen in ihren Talkshows und Kommentaren von dieser abgrundtiefen Beleidigung, die allen Ostdeutschen zu Teil geworden wäre. Entschuldigung wird verlangt. Stoiber ist, da sind sich die Veröffentlicher alle einig, bundespolitisch unmöglich geworden.
>
> Die Wirklichkeit ist eine andere.
>
> Bei Gesprächen mit "Ossis" wird deutlich, dass die allermeisten Stoiber sehr genau verstanden haben.
> Sie machen sich Sorgen, dass die westdeutschen Medien so tun, als wäre die PDS die legitime Stimme des Ostens.
> Sorgen darüber, dass Rechtsradikalismus und Linksradikalismus in Dresden und anderswo wieder ihr verhängnisvolles Bündnis neu besiegeln.
>
> Es ist dies eine erstaunliche Leistung, mit der die wahlkämpfende SPD in den deutschen Medien die Gewichte verschiebt.
> Nicht mehr über politische Radikalisierung wird nachgedacht, das Thema Wirtschaftsflaute verdrängt, die desolate Lage der Finanzen und Renten ausgeblendet.
> Alle Äußerungen von Unionspolitikern werden penibel darauf hin ausgewertet, ob irgend jemand beleidigt sein könnte. KÖNNTE! Denn wer beleidigt ist, persönlich sich betroffen fühlt, blendet die Sachverhalte aus.
>
> Eine tolle Leistung. Legitim. Chapeau.
>
> Eine Leistung, die dazu führt, dass wir erblinden.
>
> Denn: Wir sind alle ein beleidigt Volk.
>
> Heute jedenfalls ist ein guter Tag. Überall steht, wie bescheuert z.B. die Bayern sind. Dass die Katholiken gestrig sind, weil sie ihre Kondome selber kaufen und nicht von den freiwilligen Helfern auf dem Weltjugendtag beziehen.
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> Ich bin jetzt gaaaaaanz beleidigt.
>
> Hauptsächlich aber darüber, wie leicht viele meiner Kollegen manipulierbar sind.
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