WGZ Bank: "Ernster Wettbewerber von Siebel"
Analystenstimmen zu SAP: Stimmung ist bullish

DÜSSELDORF. Die Ergebnissen seien gut, meint Thomas Köbel, Analyst bei der BfG Bank. Das Unternehmen habe seine Produkte und Vertriebspolitik gegenüber dem letzten Jahr stark verbessert. SAP könne nun mit Recht behaupten, ein Komplettanbieter im E-Commerce zu sein. Allerdings sieht er auch dunkle Wolken für die Softwareschmiede herannahen: Die nachlassenden IT-Investitionen würden auch SAP treffen. Hier sei er anderer Meinung als das Management. Der Analyst stuft die Aktie daher auf "Halten". Die nächsten Monate sollten abgewartet werden. Mit einem KGV von 60 bei einem Kurs von 191 Euro sei der Titel gut bewertet.

Auch Jörg Natrop von der WGZ Bank ist mit der Bilanz des Unternehmens sehr zufrieden. Die Stimmung bei der heutigen Analystenkonferenz sei bullish gewesen, meinte er am Abend im Gespräch mit Handelsblatt.com. Die Wachstumsraten seien gut, auch im wichtigen Markt USA. Hier würden der aufgestockte Vertrieb und die Leistungen des neuen Managements "Früchte tragen". Mit den verbesserten CRM-Produkten sei SAP jetzt ein ernster Wettbewerber für Siebel. Ob SAP als Outperformer einzustufen sei, müsse sich noch zeigen, meint der Analyst: Dann müßte der Titel 10% stärker steigen als der Dax.

"Unser Erwartungen wurden übertroffen," sagt der Analyst Norbert Loeken von der West LB in einer ersten Einschätzung heute Morgen zu Handelsblatt.com. SAP konnte seinen Umsatz im Gesamtjahr 2000 um 23 % auf 6,266 Mrd. Euro steigern.Geschätzt hatte die Bank den Umsatz auf 6,152 Mrd. Euro. Enttäuschend sei aber die Steigerung der Lizenzeinnahmen in den USA um 6% auf 360 Mill. Euro. Erwartet hatte Norbert Loecken 400 Mill. Euro. In den USA hat SAP ein Umsatzwachstum von 18, 9 % erreicht. Rechnet man die Währungesffekte durch den starken Dollar von 16% heraus, wäre das nur eine knapp 3%ige Steigerung.

Die Analysten von Independent Research halten die Aktie von SAP weiterhin für "Marktneutral". Die vorgelegten Jahreszahlen hätten weitestgehend im Rahmen der Erwartungen gelegen, der Jahresüberschuss sei sogar höher ausgefallen, hieß es in einer am Dienstag vorgelegten Kurzstudie. Die vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal verbessern nach Ansicht der Experten das negative Stimmungsbild rund um die SAP-Aktie. Insgesamt habe der Softwarekonzern dem eher verhaltenen Geschäftsverlauf einen versöhnlichen Abschluss geben können. Daher werde am Aktienmarkt nun mit einem positiveren Stimmungsbild gerechnet. Independent Research erwartet für das Jahr 2000 einen Gewinn je Aktie von 1,78 Euro. Im laufenden Jahr rechnen die Analysten mit 2,75 Euro, für 2002 werden 3,50 Euro prognostiziert

Insgesamt rechnen die Analysten nach den letzten Kurssteigerungen nicht mehr mit großen Sprüngen in den nächsten Wochen. Der Titel hatte in den letzten 14 Tagen fast 50% zugelegt, nachdem SAP bereits am 9.Januar erste Ergebnisse veröffentlicht hatte.

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