WHO erwartet mehr Informationen
Peking baut SARS-Kliniken aus

Die chinesische Hauptstadt Peking bereitet sich auf einen weiteren Anstieg der Erkrankungen mit der lebensgefährlichen Lungenkrankheit SARS vor. Neben einem neuen Hospital mit etwa 1000 Betten in Xiaotangshan nördlich von Peking wird in der Stadt selbst das Xiongke-Krankenhaus ausgebaut, wo derzeit die meisten Kranken liegen. So sollen zusätzlich 184 Betten für SARS-Patienten geschaffen werden, berichteten chinesische Zeitungen am Dienstag.

HB/dpa PEKING. Die deutsche Botschaftsschule in Peking entschied, den normalen Schulbetrieb für ihre mehr als 200 Schüler nach den Osterferien am kommenden Montag wieder aufzunehmen. Eltern bleibt aber freigestellt, ob sie ihre Kinder zum Unterricht schicken. Jeder Schüler oder Angestellte, der das Schulgelände betrifft, muss sich vorher die Hände desinfizieren, über eine Säuberungsmatte mit Desinfektionsflüssigkeit gehen und Fieber messen lassen, teilte der Schulleiter mit.

Nach der Veröffentlichung von Plänen, vermutete Infizierte mit der Lungenkrankheit SARS unter Quarantäne zu stellen, ist es in einer Ortschaft bei Peking zu Krawallen gekommen.

Wie ein Behördenvertreter am Dienstag mitteilte, seien die Bewohner von Chagugang 70 Kilometer südöstlich der chinesischen Hauptstadt darüber informiert worden, dass ein ehemaliges Schulgebäude zur Unterbringung der Betroffenen genutzt werden solle. Daraufhin seien am Sonntag Krawalle ausgebrochen. Der Behördenvertreter machte keine Angaben dazu, wie viele Menschen in die Unruhen waren und ob es Verletzte gab. "Von meinem Standpunkt aus ist der spontane Schutz der Interessen der lokalen Bevölkerung verständlich. Später haben jedoch einige dies ausgenutzt und Krawalle angezettelt", sagte er.

Nach der Kritik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an der mangelhaften Informationspolitik hätten die Behörden begonnen, die Daten "leichter zugänglich" zu machen, berichtete das Mitglied des WHO-Teams in Peking, Jeffrey McFarland. Doch gebe es noch immer Probleme. "Wir sind auf dem rechten Weg, um mehr Informationen zu bekommen". Die Behörden bemühten sich und nähmen die Aufgabe ernst, sagte McFarland. Die WHO biete technische Unterstützung an.

Der Direktor des Pekinger Zentrums für Vorbeugung gegen Krankheiten (CDC), Liu Zejun, berichtete, seit vergangener Woche werde eine neue Datenbank aufgebaut, die geographische Daten, individuelle und chronologische Informationen enthalte. Die WHO hatte vor allem beklagt, dass aus den bisherigen Informationen nicht klar hervor gehe, welche Fälle alt und welche neu seien.

Um Ansteckungen durch Abfälle und Abwässer aus Krankenhäusern zu verhindern, hat die Umweltbehörde landesweit strikte Kontrollen angeordnet. Medizinische Abfälle müssten verbrannt und Abwässer "angemessen" entsorgt werden, zitierte Xinhua. Für Mitarbeiter müssten Schutzmaßnahmen getroffen werden. Landesweit zählt China bis heute 3106 SARS-Fälle und 139 Todesfälle. Das Zentrum der Krankheit liegt in Peking, wo täglich etwa 100 neue Erkrankungen gemeldet werden.

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