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WHO: Menschen in Europa sterben unnötig qualvollDPA-Datum: 2004-07-22 15:09:55

Genf/Kopenhagen (dpa) - Viele Menschen in Europa sterben nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unnötig qualvoll. Sie litten unter vermeidbaren Schmerzen und Qualen, weil die Gesundheitssysteme nicht über ausreichende Methoden und Angebote für die Pflege Sterbender verfüge.

Genf/Kopenhagen (dpa) - Viele Menschen in Europa sterben nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unnötig qualvoll. Sie litten unter vermeidbaren Schmerzen und Qualen, weil die Gesundheitssysteme nicht über ausreichende Methoden und Angebote für die Pflege Sterbender verfüge.

Das kritisieren zwei am Donnerstag vorgestellte WHO - Veröffentlichungen. Die WHO forderte dringend den Ausbau dieser so genannten Palliativpflege. Sie müsse zu einem Kernstück der Gesundheitsversorgung werden. Es gebe starke Belege, dass die Früherkennung und-behandlung von Schmerzen und anderen Beschwerden einen dramatischen Unterschied in der Lebensqualität Sterbender und ihrer Angehöriger bewirken könnten.

«Palliativpflege wird in den meisten Ländern im Großen und Ganzen vernachlässigt», berichtete der Leiter des Zentrums für Gesundheit in Städten beim Kopenhagener WHO-Regionalbüro für Europa, Agis Tsouros. «Was erforderlich wäre, ist ein sozialer und politischer Impuls.» Untersuchungen aus Europa und den USA zeigten, dass nur etwa 20 bis 30 Prozent der Menschen zu Hause sterben könnten, obwohl 75 Prozent dies wünschten. Wo Palliativpflege angeboten werde, würden bestimmte Gruppen wie alte Menschen, Kinder, weniger Wohlhabende und Angehörige ethnischer Minderheiten häufig ausgeschlossen.

Für das Jahr 2020 rechnet die WHO mit fünf Haupttodesursachen bei den über 60-Jährigen: Herzkrankheiten, Erkrankungen der Hirngefäße, Atemwegserkrankungen, Infektionen der unteren Atemwege und Lungenkrebs. Auch wenn es individuelle Unterschiede gebe, ähnelten sich viele Symptome und Leiden am Lebensende. Es gehe darum, Behinderung, Schmerz, Angst und Niedergeschlagenheit zu bewältigen. Familienmitglieder und Pflegende müssten beim Umsorgen der Menschen unterstützt werden.

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