WHO-Team in China: Chef der Hongkonger Krankenhausbehörde erkrankt

WHO-Team in China
Chef der Hongkonger Krankenhausbehörde erkrankt

Unter dem Verdacht, an der mysteriösen asiatischen Lungenentzündung erkrankt zu sein, ist am Montag in Hongkong sogar der Chef der Krankenhausbehörde in eine Klinik gebracht worden.

HB/dpa HONGKONG/PEKING. Zudem meldete die Behörde zwei weitere SARS- Todesfälle in Hongkong. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO elf Tote weltweit registriert. Hongkong plant auch angesichts seiner 260 Krankheitsfälle weitere Schutzmaßnahmen für Beschäftigte in Kliniken.

In Deutschland werden mindestens zwei Verdachtsfälle derzeit überprüft. Nach Angaben zweier Ärzten des Krankenhauses München- Schwabing ist ein 72-jähriger Mann weiterhin schwer krank, hat aber kein Fieber mehr. Im Blut des Mannes konnten bisher noch keine Erreger nachgewiesen werden. In der Lungenfachklinik Hemer (Nordrhein- Westfalen) liegt ein ebenfalls 72-Jähriger mit Symptomen, die auf SARS aber auch auf Malaria hindeuten könnten. Blutproben des Mannes aus Hattingen sollen bis Donnerstag ausgewertet sein, teilten die Ärzte mit. Beide Männer hatten Reisen nach Südostasien unternommen. Eine Delegation von WHO-Fachleuten begann inzwischen in Peking "sehr produktive" Gespräche im Gesundheitsministerium. Die Experten, darunter der deutsche Virologe Wolfgang Preiser aus Frankfurt, gehen dem vermuteten Zusammenhang zwischen dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) und einer ähnlichen Epidemie in Südchina nach. Preise hatte in Frankfurt den erkrankten Arzt aus Singapur behandelt. Das WHO-Team will den chinesischen Kollegen auch sein Fachwissen im Umgang mit den Lungenentzündungen anbieten.

WHO ordnet Mundschutz an

"Es ist Detektivarbeit", sagte der Leiter, Professor John MacKenzie. Eine Woche will seine Gruppe in China Informationen sammeln. Die Erfahrungen in China könnten auch im Umgang mit der Krankheit im Rest der Welt helfen, sagte der britische Experte Meirion Evans. Der Spezialist Robert Breimann sagte: "Vielleicht liegt der Schlüssel in dem, was wir in China lernen."

Nach der Erkrankung des Chefs der Hongkonger Krankenhausbehörde, William Ho, der mehrere betroffene Hospitäler besucht hatte, wurde angeordnet, dass alle Schwestern, Ärzte und Mitarbeiter grundsätzlich Mundschutz tragen sollen. Besucher sollen Krankenhäuser überhaupt meiden. Die WHO sei "ziemlich besorgt über die Situation in Hongkong", sagte der WHO-Repräsentant in Peking, Henk Bekedam. Die Krankheit verbreite sich in der sieben Millionen Menschen zählende Metropole weiter, auch wenn sich die Geschwindigkeit verlangsamt habe. Schulen, in denen ein infiziertes Kind gefunden wird, müssen für mindestens eine Woche schließen. Zwei Schulen sind bereits geschlossen. In Hongkong sind nach den neuesten Zahlen acht Menschen an SARS gestorben. Viele Menschen laufen mit Mundschutz durch die Straßen. Nach Umfragen vermeidet jeder Vierte Einkaufszentren oder jeder Fünfte auch Restaurants aus Angst, sich anstecken zu können.

Weltweit hatte die WHO bis zum Wochenende 386 Krankheitsfälle registriert, ohne dass die seit November grassierenden sehr ähnlichen Erkrankungen in China in die Statistik aufgenommen wurden. WHO - Repräsentant Bekedam sagte, es sei "sehr wahrscheinlich", dass eine Verbindung zwischen der Epidemie in Guangdong und dem Ausbruch der Krankheit in Hongkong auf der anderen Seite der Grenze besteht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%