WHO warnt vor Epidemie: SARS-Tote auf den Philippinen

WHO warnt vor Epidemie
SARS-Tote auf den Philippinen

Die Lungenkrankheit SARS hat nun auch auf den Philippinen zu ersten Todesfällen geführt. Experten warnten am Freitag davor, dass sich die Erkrankung wie ein Flächenbrand ausbreiten könne.

Reuters PEKING. "Wir haben vier SARS-Fälle, drei eingeschleppte und einen lokal übertragenen", sagte der philippinische Gesundheitsminister Manuel Dayrit. "Zwei der vier (Patienten) sind gestorben." Damit breitet sich die Krankheit weiter ins östliche Südasien aus, nachdem sie von China über Hongkong bereits unter anderem auf Singapur, Malaysia und Thailand übergesprungen war. Sollte SARS in Länder wie Bangladesch oder Indien eingeschleppt werden, könne es sich zu einer fürchterlichen Epidemie entwickeln, sagte Wolfgang Preiser von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Schanghai. Wirtschaftsexperten rechnen inzwischen damit, dass die Krankheit in Asien nicht nur Handel und Dienstleistungen, sondern auch die Industrie stören werde.

"Das macht Angst. Alle sind nervös", sagte der Manager eines Transportunternehmens in Manila zu den SARS-Infektionen. Die Philippinen sind in hohem Maße von den Milliarden an Dollar abhängig, die von mehr als sieben Millionen Krankenschwestern, Haushaltshilfen und Technikern im Ausland verdient werden. SARS drohe viele Einschränkungen für die Millionen von Wanderarbeitern zu verursachen und dadurch die Wirtschaft der Region zusätzlich zu belasten, warnte ein Sprecher der Vereinten Nationen (Uno) in Bangkok.

"Die Aufmerksamkeit wendet sich den wirtschaftlichen Folgen für Länder zu, die in ihrem Wachstum von den bereits betroffenen Ländern abhängig sind", sagte ein Wertpapierhändler in Singapur. Die wirtschaftlichen Kosten drohten sich schneller auszuweiten als das Virus selbst. "Da Asien ohne Japan die am schnellsten wachsende Region der Weltwirtschaft im vergangenen Jahr war, wird SARS weltweite Folgen haben", sagte der Chefvolkswirt einer in Singapur ansässigen Bank.

Mehrere Unternehmen in den Bereichen Handel, Dienstleistungen und Tourismus haben bereits mitgeteilt, dass sie mit Einbußen wegen SARS rechnen. Die Welthandelsorganisation (WTO) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) gehen ebenfalls von einem Bremseffekt für die Wirtschaft aus.

Berliner Experte: Schwer unter Kontrolle zu bringen

"Es gibt mehrere Länder auf der Welt, bei denen wir (im Falle eines Überspringens der Krankheit) sehr besorgt wären, weil wir nicht glauben, dass sie die Welle aufhalten können, wenn sie sich einmal entwickelt hat", sagte Preiser unter Hinweis auf die dicht bevölkerten Staaten Vorderasiens. "Vielleicht ist es ja schon passiert, wir wissen es nicht", fügte er hinzu.

Auch der deutsche Experte Reinhard Kurth äußerte sich skeptisch, ob die Krankheit bald unter Kontrolle gebracht werden kann. "Das ist immer wie ein Flächenbrand: Wenn er mal wirklich Fuß gefasst hat, muss man an allen Ecken und Enden löschen", sagte der Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts in Berlin. China und Kanada hätten bei der Eindämmung der Krankheit Fehler gemacht, und nun "wird es sehr schwer, das unter Kontrolle zu kriegen."

SARS hat sich vermutlich vom Süden Chinas ausgehend inzwischen auf 25 Länder ausgebreitet. Mehr als 265 Patienten sind weltweit daran gestorben, 16 davon in Kanada. Rund 4600 Menschen haben sich infiziert.

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