Wi-Fi-Standard ist günstig
Ohne großen Aufwand drahtlos ins Internet

Jedes zehnte Laptop ist bereits mit einem Zugang für das mobile Internet ausgestattet. Die Computer-Industrie will die Technik weiter ausbauen. Doch der Markt ist noch sehr stark fragmentiert.

siri HB SAN FRANCISCO. Tim Bajarin, President der Unternehmensberatung Creative Strategies, ist Stammkunde der US-Kaffeekette Starbucks. Es ist aber nicht allein der Milchkaffee, der den Berater in den Laden treibt. Starbucks bietet in Zusammenarbeit mit T-Mobile in 1 500 Starbucks-Filialen drahtlosen Internet-Zugang an. "Wenn ich zwischen zwei Meeting nicht ins Büro komme, renne ich eben zu Starbucks, um meine E-Mails zu checken", sagt Bajarin.

Starbucks nutzt für den drahtlosen Internet-Zugang den so genannten Wi-Fi-Standard. Die lokalen Netzwerke, die in einem Umkreis von 200 Metern erreichbar sind, breiten sich nicht nur in Cafes, sondern auch in Flughäfen, Hotel-Lobbies, Unternehmen und Parks aus. Sie sind schneller und günstiger als die mobile Datenübertragung über Telefonnetze.

Wi-Fi ist so günstig, weil es für das Spektrum keine teuren Lizenzen gibt. Es wurde bisher hauptsächlich von Mikrowellen und Babymonitoren genutzt. Die Übertragungsraten sind deutlich schneller als Internetverbindungen per Handy. Mittlerweile gibt es Tausende von Einwahlknoten weltweit, jedes zehnte Laptop, das 2001 verkauft wurde, ist bereits Wi-Fi-fähig. In Großstädten wie New York und London weisen Zeichen an Häuserwänden auf die Zugangspunkte hin.

Der Industrie-Verband Wireless Ethernet Compatibility Alliance schätzt den Umsatz für Wifi-Ausrüstung im Jahr 2005 auf weltweit 5 Mrd. $. Im vergangenen Jahr waren es 1,5 Mrd. $. Eine Marktchance, die sich die Technologiebranche nicht entgehen lassen will. So gab eine Allianz aus AT&T, Intel, IBM, Cingular, Verizon Wireless und einer Reihe kleinerer Anbieter jüngst bekannt, dass sie ein überregionales Wi-Fi-Netz entwickeln wollen.

T-Mobile ist in den Starbucks-Cafes größter Anbieter

Bisher ist der Markt aber noch zersplittert: T-Mobile ist mit 1 500 Zugangspunkten in den Starbucks-Cafes wohl der größte Anbieter. Die meisten anderen bieten aber nur örtlichen Service. Das macht es problematisch: Ein Geschäftsreisender, der im Flughafen seine E-Mails checkt, im Hotel dann die neuesten Verkaufszahlen nachschaut und später im Cafe eine Powerpoint-Präsentation an die Kollegen verschicken will, muss sich jedes mal bei einem neuen Anbieter anmelden.

Nicht gerade kundenfreundlich, dachte sich Sky Dayton, der 31jährige Unternehmer, der bereits den drittgrößten US-Internetzugangsanbieter Earthlink gegründet hatte. Seine Firma Boingo verbindet die verschiedenen Zugangspunkte zum drahtlosen Internet. Der Kunde zahlt eine Monatsgebühr von zwischen 25 $ und 75 $ und kann sich dafür in aktuell 750 Zugangsknoten einwählen. Boingo zahlt im Gegenzug eine Lizenzgebühr an die Anbieter der drahtlosen Netzanbieter.

Boingo will bis Jahresende 5 000 Zugangsknoten anbieten

Boingo-Chef Dayton hofft, bis zum Jahresende 5 000 Zugangsknoten im Angebot zu haben. "Zugegebenermassen eine ziemlich gewagte Voraussage", sagt Dayton. "Aber wir brauchen nur noch ein bis zwei große Verträge, um das Ziel zu erreichen." Bisher haben sich mehrere Tausend Kunden für den Dienst entschieden.

Wi-Fi-Technik ist noch jung und ungeprüft

Amy Cravens, Analystin beim Marktforschungsunternehmen In-Stat/MDR zweifelt, dass sich Boingo wirklich so schnell ausbreitet, wie die Wi-Fi-Fans hoffen. Die Technik sei noch sehr jung und ungeprüft. Sie glaubt, dass das Internet der Zukunft aus einer Kombination aus Wi-Fi und dem Internet der dritten Generation, bestehen wird. Die größte Herausforderung wird sein, solche Dienste ohne komplizierte Schnittstellen zusammenzuschalten. Dayton stimmt zu: "Die beste Antwort auf die Frage, ob sich Wi-Fi oder 3G-Internet durchsetzen wird, ist, beide zu kombinieren. In Ballungsgebieten mit vielen Zugangsknoten ist Wi-Fi ideal und auf dem Land 3G."

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