Wichtige Brücke über den Tigris besetzt
US-Truppen marschieren weiter Richtung Bagdad

Die US-Streitkräfte in Irak haben die Stadt Kerbela am Mittwoch umzingelt und ihren Vormarsch nach Norden in Richtung Bagdad fortgesetzt. Die Kommandeure der 3. Infanteriedivision hatten mit einem harten Kampf gerechnet, um die Umgebung der Stadt zu erobern, doch stießen sie nur auf wenig Widerstand.

rtr/dpa/vwd KERBELA. Alle wichtigen Ausfallstraßen wurden gesichert, wie Reuters-Korrespondent Luke Baker berichtete. Der Einsatz war nach drei Stunden abgeschlossen. Statt die in der Stadt vermuteten irakischen Truppen anzugreifen, hätten die US-Soldaten ihren Vormarsch Richtung Bagdad fortgesetzt, hieß es aus US-Militärkreisen. Kerbela liegt rund 110 Kilometer südwestlich von Bagdad.

Zuvor hatte es geheißen, Kerbela werde von einer Einheit der Republikanischen Garde, der Elite-Truppe von Präsident Saddam Hussein, verteidigt und sei die letzte Hürde auf dem Weg nach Bagdad.

Der Einsatz der US-Soldaten wurde durch Kampfflugzeuge, "Apache"-Kampfhubschrauber und schweres Artillerie-Feuer unterstützt. Die US-Truppen trafen nur auf wenig Gegenwehr, als sie sich auf die Stadt zu bewegten. Sie nahmen 30 Iraker gefangen. Angaben über US-Opfer lagen nicht vor. Nach US-Angaben sollte eine irakische Brigade mit 6000 Soldaten sowie Panzern und Artillerie in der Stadt und ihrer Umgebung Stellung bezogen haben.

Militär will derzeit Straßenkampf vermeiden

Möglicherweise haben sich viele von ihnen in die Stadt zurückgezogen, doch wolle man zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Straßenkampf vermeiden, teilte das US-Militär mit. Stattdessen wolle man einen Brückenkopf über den nahe gelegenen Euphrat sichern, der benötigt werde um Infanterie und schweres Gerät Richtung Bagdad zu schaffen. Weitere US-Truppen stoßen östlich des Flusses auf die irakische Hauptstadt vor.

US-Soldaten haben nach Angaben eines US-Offiziers am Mittwoch eine der wichtigsten Brücken über den Tigris besetzt und kontrollieren die wichtigste Verbindungsstraße von der Stadt Kut nach Bagdad. "Das ist die letzte große Brücke, die wir brauchen" für einen Vorstoß nach Bagdad, sagte Offizier Sean Maguire nahe der Stadt Kut. Der Vorstoß sei ein großer Schritt nach vorne, es gebe noch weitere Panzergefechte. Die bei Kut stationierte Bagdad-Division der Republikanischen Garde sei nun unbedeutend.

Die US-Luftwaffe hatte in der Nacht die 170 Kilometer südöstlich der Hauptstadt gelegene Stadt Kut bombardiert. Es war zunächst unklar, ob die US-geführten Truppen die Bagdad-Division der Republikanischen Garde am Boden angreifen wird. "Ich sah Blitze eines heftigen Bombardements auf Einheiten der Republikanischen Garde, die vermutlich um Kut stationiert sind", berichtete Maguire, der sich südlich der Stadt aufhielt.

Die Führung der US-Streitkräfte zeigte sich unterdessen davon überzeugt, dass die tagelangen Luftangriffe die Republikanische Garde erheblich geschwächt haben, die eine Schlüsselrolle bei der Verteidigung Bagdads spielt. Stabschef Richard Myers sagte in Washington, die Kampfstärke der Medina-Division sei um die Hälfte reduziert worden. Aus Militärkreisen verlautete, auch die Bagdad-Division der Republikanischen Garde in der Stadt Kut südöstlich von Bagdad sei ähnlich dezimiert worden. Der irakische Verteidigungsminister Sultan Haschem Ahmed sagte dagegen, das Bombardement der Republikanischen Garde habe wenig Schaden angerichtet, weil deren Stellungen gut befestigt seien.

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