Wichtige charttechnische Marke durchbrochen: Dax fällt auf neues Jahrestief

Wichtige charttechnische Marke durchbrochen
Dax fällt auf neues Jahrestief

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist am Mittwochmittag unter die von Marktteilnehmern als charttechnisch wichtig bezeichnete Marke von 4 870 Punkten gerutscht und hat danach weiter deutlich an Wert verloren.

Reuters FRANKFURT. An der horizontalen Linie bei 4 870 Zählern hat der Dax seit Ende November 2001 mehrfach seine vorherige Abwärtstendenz gestoppt und wieder zugelegt. Daher gilt die Marke unter technischen Analysten als eine starke Widerstandslinie. Nach dem Durchbruch am Mittwochmittag fiel der Dax innerhalb weniger Minuten auf ein neues Jahrestief bei 4 822 Zählern.

Klaus Tafferner, technischer Analyst bei Concord Effekten, hatte der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag gesagt, der Markt könne im Rahmen einer Korrektur schnell auf 4 360 Punkte zurückfallen. Auch mehrere Aktienhändler hatten am Mittwoch davon gesprochen, dass es im Falle eines Durchbruchs durch die 4 870-Punkte-Marke zu weiteren massiven und technisch motivierten Verkäufen kommen werde.

"Die Verunsicherung am Markt ist weiter groß", sagte Aktienhändler Christian Schmidt von der Helaba. "Es gibt weiter keinen guten Grund zum Einsteigen." Stattdessen seien größere Verkäufe institutioneller Investoren erkennbar. Im Mittelpunkt des Handel standen die erneut schwächeren HypoVereinsbank-Aktien und Daimler-Chrysler-Papiere.

Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax 50 büßte gegen Mittag 1,05 Prozent auf 1 074 Zähler ein. Der MDax für mittelgroße Werte verlor 0,32 Prozent auf 4 376 Punkte. Am Vortag hatte der Dax 0,96 Prozent und der Nemax 50 2,41 Prozent nachgegeben.

In den USA hatte der Dow-Jones-Index am Vortag 0,02 Prozent und die Technologiebörse Nasdaq 0,92 Prozent verloren. Beide Indizes hatten dabei nach Handelsschluss in Deutschland noch deutlich nachgegeben.

Im Blickpunkt standen Hypo-Vereinsbank -Titel, die sich um 3,25 Prozent auf 32,78 Euro verbilligten. Händler sagten, es gehe weiter die Angst vor einem Kreditausfall im Falle einer Pleite der verschuldeten Kirch-Gruppe. Bereits in den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen um die Kreditwürdigkeit von Kirch gegeben. Darunter hatten vor allem Finanzwerte und die Kirch gehörende Fernsehfamilie ProSiebenSat.1 gelitten. Pro7 legte im MDax am Mittwoch jedoch 16 Prozent auf 5,21 Euro zu, was Börsianer auf besser als erwartete Zahlen für das Geschäftsjahr 2001 zurückführten.

Neben der Hypo-Vereinsbank tendierten auch die Anteilsscheine des Pharmakonzerns Bayer und die Technologietitel Siemens und SAP leichter. Bayer büßte fast vier Prozent und Siemens und SAP mehr als zwei Prozent ein.

Ebenfalls rund zwei Prozent schwächer bei 43,85 Euro notierten die Aktien des Autoherstellers Daimler-Chrysler . Am Nachmittag (MEZ) will das Unternehmen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen. Im Vorfeld gebe es Befürchtungen um die Konjunkturentwicklung auf dem US-Markt, auf dem Autohersteller zuletzt mit hohen Rabatten und somit auf Kosten der eigenen Margen versucht hatten, Kunden zu binden, sagten Händler. Von Reuters befragte Analysten rechnen für den Daimler-Konzern mit einem Jahresüberschuss 2001 von 0,733 (Vorjahr: 3,481) Milliarden Euro.

Die Aktien der Deutschen Post stieg 1,7 Prozent auf 15,36 Euro. Die Post hat ein Konzept zu stärkeren Nutzung von Synergien zwischen den Konzernbereichen und zur Senkung von Kosten aufgelegt. Der Druck auf der Aktie sei mittlerweile gewichen, sagte ein Händler. Die Titel profitierten auch von Fonds-Umschichtungen aus Tech-Werten in defensivere Aktien.

Mit Spannung warten Marktteilnehmer auf die am Mittwochabend nach Börsenschluss in den USA voraussichtlich erscheinenden Quartalszahlen des weltgrößten Netzwerkausrüsters Cisco Systems. Analysten rechnen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit einem Gewinn je Aktie von 0,05 (Vorjahresquartal: 0,18) US-Dollar.

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