Wichtige Stationen der beiden Top-Manager
Ein Jahrzehnt Piëch und Pischetsrieder im Zeitraffer

Die Stabübergabe an der VW-Spitze von Ferdinand Piëch an Bernd Pischetsrieders bei der Hauptversammlung am 16. April in Hamburg markiert einen Wendepunkt.

dpa WOLFSBURG. Wichtige Stationen der beiden Top-Manager im vergangenen Jahrzehnt:

  • April 1992: Der VW-Aufsichtsrat wählt den Audi-Chef Ferdinand Piëch als Nachfolger von Carl H. Hahn.
  • Januar 1993: Piëch tritt sein Amt im angeschlagenen Konzern an, der mit jedem verkauften Auto tiefer in die roten Zahlen rutscht. Am Jahresende steht ein Verlust von zwei Milliarden DM (1,02 Mrd Euro).
  • März 1993: Piëch heuert den GM/Opel-Manager Jose Ignacio Lopez an, der als "Kostenkiller" Milliarden einsparen soll - und dies schafft. Der Spanier soll jedoch geheime GM-Pläne mitgebracht haben - die Lopez-Affäre mit mehreren Klagen in den USA und Deutschland beginnt und wirft einen Schatten auf die ersten vier VW-Jahre Piechs.
  • Mai 1993: BMW-Fertigungsvorstand Bernd Pischetsrieder rückt überraschend als Nachfolger von Eberhard von Kuenheim an die BMW-Spitze.
  • Sommer/Herbst 1993: Piëch räumt im Management auf und feuert insgesamt neun Vorstände. Auch Stellvertreter Daniel Goeudevert geht.
  • Januar 1994: BMW übernimmt für rund zwei Milliarden DM 80 Prozent der britischen Rover-Gruppe, deren Ertragsprobleme Pischetsrieder später den Job kosten.
  • 1994/1995: Während die Lopez-Krise Wellen schlägt, greifen die Sparprogramme, der VW-Konzern kehrt in die Gewinnzone zurück.
  • Ende 1994: Pischetsrieder baut die Kooperation mit dem britischen Luxuslimousinenhersteller Rolls-Royce aus.
  • Januar 1997: Piëch und Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Liesen beenden die Lopez-Affäre mit einer Zahlung von 100 Millionen Dollar und der Verpflichtung zum Kauf von GM-Teilen im Wert von einer Milliarde Dollar. GM zieht seine Klagen zurück.
  • März 1997: Der Aufsichtsrat verlängert Piëchs Vertrag um fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2002.
  • 1997/1998: Die von Piëch entwickelte Plattformstrategie mit gleichen Baukomponenten für verschiedene Modelle des Konzerns beginnt zu greifen und bringt enorme Kostenvorteile. Auch technisch treibt er den Autohersteller voran, unter anderem mit dem Drei-Liter-Lupo. Mit dem Kauf der italienischen Marke Lamborghini beginnt der inzwischen umstrittene VW-Einstieg in die Luxussparte.
  • Sommer 1998: Piëch schlägt eine Überkreuzbeteiligung von VW und BMW vor, was die Familie Quandt als BMW-Mehrheitsaktionär ablehnt.
  • Herbst 1998: Pischetsrieder und Piëch ringen um die Übernahme des britischen Luxuslimousinenherstellers Rolls-Royce. Der Bayer nutzt genauere Kenntnisse der Rechtslage, kauft vom befreundeten Triebwerkshersteller Rolls-Royce die Namensrechte, VW bekommt die RR-Produktionsstätten und die Marke Bentley.
  • Ende 1998: BMW-Tochter Rover schließt das Geschäftsjahr mit einem Verlust von umgerechnet 1,9 Milliarden DM (971 Mio Euro) ab. Pischetsrieder räumt ein, Rover "allzu lange an der langen Leine habe laufen lassen".
  • Februar 1999: Pischetsrieder erklärt wegen des "Rover-Debakels" seinen Rücktritt als BMW-Vorstandsvorsitzender.
  • 1999/2000: Piëch lässt für den VW-Luxuswagen Phaeton die gläserne Manufaktur in Dresden bauen, in Wolfsburg entsteht die Autostadt.
  • Juli 2000: Piëch holt den bei BMW gescheiterten Pischetsrieder in den VW-Konzernvorstand und macht ihm zum Chef der spanischen Tochter Seat. Der Bayer gilt sofort als wahrscheinlichster Nachfolger.
  • September 2001: Der VW-Aufsichtsrat wählt Pischetsrieder früher als erwartet zum Piëch-Nachfolger.
  • November 2001: Der VW-Aufsichtsrat billigt Pischetsrieders Pläne einer Aufteilung der Konzernmarken in zwei «Familien» unter Führung von VW und Audi.
  • 16. April 2002: Offizielle Stabübergabe an Pischetsrieder. Piëch rückt an die Spitze des VW-Aufsichtsrats.



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