Wichtige Unterstützung bei 2 773 Punkten
Technische Analysten: Dax steht am Scheidepunkt

Wichtige Unterstützungsmarken testet laut technischen Analysten derzeit der deutsche Aktienmarkt. Sollte der Dax nachhaltig unter das Tief vom 21. Mai bei 2 773 Punkten fallen, trübe sich die Situation ein, so übereinstimmend Volker Bien von der Hypo-Vereinsbank und Klaus Tafferner von Concord Effecten.

vwd FRANKFURT. Für Tafferner ist ein Bruch der Unterstützung mit dynamisch fallenden Kursen im Anschluss wahrscheinlich. Bien präferiert dagegen zunächst noch das Szenario, nach dem die Unterstützung zwar "hartnäckig" getestet wird, dem Druck aber Stand hält. Positive Impulse von der Wall Street sollten den Dax laut Bien dann wieder über die 3.000-er Marke treiben.

Dabei steht für Bien zuächst die Unterstützung bei 928 Punkten im S&P-500 im Blickpunkt. "Diese Marke ist der Schlüssel für die weitere Kursentwicklung", so der Mitarbeiter der Hypo-Vereinsbank. Auch sie werde "ausführlich getestet". Halte sie, bleibe die "Trading-Range" zwischen 928 und 945 Punkten intakt. Dem Dax könnte das einen Anlauf auf die 2 930-er Marke ermöglichen. Sollte der S&P über 945 steigen und damit auch den immer noch intakten mittelfristigen Abwärtstrend brechen, wäre ein Anlauf auf den für Bien "zentralen Bereich" bei 3 070 bis 3 090 Punkten im Dax wahrscheinlich.

Ein Bruch der 928-er Marke würde den Dax dagegen nachhaltig unter 2 773 Richtung 2 550 drücken. "Wir hängen damit an den Infusionen aus den USA", so der HypoVereinsbank-Analyst. Bien gibt der Situation aber einen "positiven Touch" und verweist dazu auf die Betrachtung der einzelnen Branchen. Denn die Frage sei, welche Branchen sich als Zugpferde erweisen oder den Dax kräftiger drücken könnten. Und hier zeige sich, dass nach "Konsolidierungen auf erhöhtem Niveau" sowohl die Telekoms als auch Banken und Financial Services im Euro-Stoxx-50 "vor dem Sprung" stehen könnten. Automobile und Versicherer zeigten dagegen zunächst lediglich Bodenbildungstendenzen.

Potenzielle Favoriten für eine Rally in Deutschland seien Telekom, Siemens, Infineon, Commerzbank, Münchener Rück und Allianz. "Die stehen sozusagen in den Startlöchern, der Startschuss muss aber aus den USA kommen", so Bien.

Dagegen setzt Tafferner darauf, dass die Unterstützung bei 2 773 Punkten bricht. Zum einen sei der Dax drei Mal am seit April 2002 etablierten Abwärtstrend gescheitert. Dann habe der Dax den März-Aufwärtstrend gebrochen. Zudem stünden Indikatoren wie der MACD auf Verkauf, und das auf vergleichsweise hohem Niveau. Und schließlich sei das März-Tief von mehreren Indikatoren bestätigt worden, eine Bodenbildung bedürfe aber positiver Divergenzen, bei denen die Indikatoren im Unterschied zu den Indizes keine neuen Tiefs mehr markierten.

Sollte die Unterstützung brechen, könnten Anleger "short" gehen, so Tafferner mit Blick auf das Abwärtspotenzial von 400 bis 450 Punkten, das er für diesen Fall erwartet. Im günstigen Fall werde der Rückgang zwischen 2 379 und 2 304 Punkten auslaufen, im ungünstigen Fall werde der DAX ein neues Jahrestief markieren. Dieses erwartet der Mitarbeiter von Concord Effecten bei 2.032 Punkten.

Demgegenüber spricht Achim Matzke von Commerzbank Securities - European Index Research (Comsec) lediglich von einer Seitwärtsbewegung. Im Unterschied zu Bien sieht er allerdings einen "negativen Touch". "Der Aktienmarkt steckt in einem klassischen Zweikampf zwischen Währungs- und Zinsimpulsen", so Matzke. Dabei sei der Dax nicht allein, die technische Verfassung von SMI, Euro-Stoxx-50, CAC-40 oder FTSE-100 sei nahezu indentisch. Unter der Währung litten vor allem die Autotitel, zuletzt gerate aber auch BASF zunehmend unter Druck.

Die Zinsimpulse ließen sich dagegen vor allem an der vergleichsweise guten technischen Situation bei Generali, AXA, Deutscher Bank, Banca Intesa, HSBC, UBS oder CS ablesen, so der Mitarbeiter von Comsec. Die Marktaufspaltung zeige sich auch an der günstigen Situation ausgewählter Werte der zweiten Reihe, so von Stada, Vossloh, Zapf, Leoni und Beru.

Daneben machten sich positive Impulse vom Nasdaq-Biotech bei BB Biotech, Qiagen und GPC Biotech bemerkbar, Impulse vom Nasdaq-Internet bei United Internet und Freenet. Dagegen könne sich die günstige technische Situation bei den Nasdaq-Telekom-Ausrüstern bei den europäischen Unternehmen nicht durchsetzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%