"Wichtigstes Feld der Außenwirtschaft"
Clement: Osteuropa-Geschäft von zentraler Bedeutung

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sieht in den Ländern Mittel- und Osteuropas (MOE) in der nahen Zukunft die viel versprechendsten Wachstumsmärkte für die deutsche Wirtschaft. "Das ist für uns das absolut wichtigste Feld der Außenwirtschaft", sagte Clement am Montag bei einer Veranstaltung zum 50. Jahrestag des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (OA) in Berlin. "Das ist ein Feld, in dem wir noch viel mehr entwickeln können", fügte Clement hinzu.

Reuters BERLIN. Der OA-Vorsitzende Klaus Mangold forderte die deutschen Firmen auf, die Chancen des Geschäfts mit den Ländern der Region noch tatkräftiger zu nutzen. Regierungschefs aus der Region, wie Russlands Ministerpräsident Michail Kassjanow, unterstrichen, die Entwicklung in den früher kommunistischen Staaten hin zu Demokratie und Marktwirtschaft sei trotz einzelner Schwierigkeiten stabil und unumkehrbar.

Der Ost-Ausschuss war 1952 als gemeinsame Einrichtung der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft gegründet worden. Er agiert sowohl als Vertreter der Interessen der deutschen Firmen als auch als Mittler zur Förderung einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Region. Das Gesamtvolumens des deutschen Handels mit MOE-Ländern liegt seit Jahren über dem des Handels mit den USA und wächst weiter. Der deutsche Osthandel legte in den ersten neun Monaten 2002 mit knapp 110 Mrd. Euro rund fünf Prozent zu.

Clement würdigt Wandel in der Region

Clement würdigte die Entwicklung in den MOE-Ländern hin zur Marktwirtschaft als "ein Wunder". Der konsequente Wandel mache Mut für die Zukunft. Die politische und wirtschaftliche Entwicklung in der Region sei für die Bundesregierung in der nächsten Zeit mit das Wichtigste.

OA-Chef Mangold sagte, die Entwicklung in Mittel- und Osteuropa stimme sehr zuversichtlich, auch wenn man die Länder differenziert betrachten müsse. Inzwischen sei nicht mehr die Frage, ob man in diesen Ländern investieren solle, sondern die Unternehmen müssten sich fragen, ob sie nicht vielleicht schon angesichts der teils rasanten Fortschritte in diesen Ländern zu spät kämen. "Ich wage die These, dass investieren in Mittel- und Osteuropa eher leichter ist als auf anderen Märkten", sagte Mangold. Vielfach überschätzten die Firmen die Risiken in Russland und anderen Staaten der Region, wo doch die Chancen weit größer seien.

Kassjanow: Russland mit ehrgeizigen Zielen

Russlands Ministerpräsident Kassjanow sagte auf der OA- Veranstaltung: "Ich glaube, dass im Großen und Ganzen der Transformationsprozess in den Ländern Mittel- und Osteuropas abgeschlossen ist." Russland verfüge über die Mittel, um auch künftig auf einem stabilen Wachstumspfad zu bleiben. So lägen die Devisenreserven, die beim Amtsantritt von Präsident Wladimir Putin bei 12 Mrd. $ gelegen hatten, inzwischen bei rund 50 Mrd. $. Ziel des Landes sei, in zehn Jahren beim Volkseinkommen und beim Bruttoinlandsprodukt auf europäischem Niveau zu sein.

Mit der Europäischen Union strebe man die Schaffung eines gesamteuropäischen Wirtschaftsmarktes an, der auf einheitlichen Regeln und Grundsätzen beruhe, sagte Kassjanow. Auch das Verhältnis zur NATO sei ein anderes als früher. Gleich Mitglied werden wolle man deshalb aber nicht. Gemeinsamer Feind des Westens wie des Ostens sei jetzt der internationale Terrorismus. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Probleme seines Landes in Tschetschenien.

Auch die Ministerpräsidenten von Serbien, Zoran Djindjic, und Rumäniens, Adrian Nastase, zeichneten ein positives Bild der politischen und wirtschaftlichen Lage und Aussichten in ihren Ländern. Sie betonten den Willen zur engeren Zusammenarbeit.

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