Widerstand bei 3400 Punkten
Dax-Ausblick: Hoffnung auf Zinssenkung

Die Voraussetzungen für einen weiteren Kursanstieg deutscher Aktien in der neuen Woche haben sich nach Ansicht der Analysten der Bankgesellschaft Berlin gebessert. Die ökonomischen Rahmenbedingungen deuteten mit den jüngsten US-Konjunkturdaten ein verringertes Risiko für eine Rezession an.

FRANKFURT. Besonders die Tatsache, dass einige Stimmungsindikatoren nach oben gedreht hätten, wird positiv vermerkt. Auch die europäischen Konjunkturdaten seien recht ordentlich ausgefallen. Der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex habe sich zwar weiter eingetrübt, doch spreche die erneut bessere Einschätzung der Geschäftslage dafür, dass die verschlechterte Erwartungskomponente lediglich ein temporäres Ereignis sei.

Positive Einflüsse für den Aktienmarkt gehen den Analysten zufolge nicht nur von den Konjunkturdaten aus. Auch die Geldpolitik könnte sich kursfördernd auswirken. Nach der Leitzinssenkung der Federal Reserve und auf Grund des weitgehend entspannten Preisklimas wird am kommenden Donnerstag mit einer Senkung um 50 Basispunkte durch die Europäische Zentralbank (EZB) gerechnet. Damit seien die Voraussetzungen für eine Jahresendrally geschaffen. Vor diesem Hintergrund sei es nur noch eine Frage von Tagen, bis der Dax die Hürde von 3 400 Punkten nachhaltig nehme.

Zunächst ist Konsolidierung angesagt

Technische Analysten gehen allerdings nicht davon aus, dass der Dax den entscheidenden Widerstand im Bereich von 3 440 bis 3 443 Zählern bereits in der neuen Woche brechen wird. Gegen einen dynamischen Ausbruch über 3 440 Zähler spreche die überkaufte Situation, so dass zunächst einmal eine Verschnaufpause unter dieser wichtigen Marke angesagt sei, merkt der technische Analyst Marcel Mußler von den "Mußler-Briefen" an. Wichtig sei zudem, dass nach unten hin die Unterstützung bei 3 300 Punkten nun nicht mehr deutlich unterschritten wird.

Auch bei Einzelwerten des Dax sei zunächst eine Konsolidierungsphase angesagt. So rechnet Chartanlayst Wieland Staud bei Münchener Rück mit einem Rückgang in den Bereich von 130 bis 128 Euro. Nach einer kurzen Stabilisierung und Bodenbildung sollte der Titel sich dann aber wieder nach oben bewegen. Auch bei der Tui sei eine kurzfristige Konsolidierung nur schwer vermeidbar. Die Widerstandszone im Bereich von 20 bis 22 Euro sei kaum im ersten Anlauf überwindbar, so dass die Aktie erst noch einmal Anlauf nehmen müsste, um das Erholungstief von 25 Euro in Angriff zu nehmen. Die "Startbahn" für den großen Sprung erstrecke sich dabei bis zu den Unterstützungen bei 18 bzw 16 Euro.

Termine der kommenden Woche

Während die Flut der Quartalszahlen in der neuen Woche abebbt, dürften die anstehenden Konjunkturdaten besonders stark in den Fokus der Anleger rücken. Gleich am Montag steht ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe für November auf der Tagesordnung. Für Impulse dürften auch die am gleichen Tag anstehenden US-Bauausgaben im Oktober und die US-Neubauverkäufe im Oktober am Dienstag sorgen. Sollte sich der US-Immobilienmarkt in weiterhin robuster Verfassung befinden, wäre dies ein positives Signal für die Märkte.

Am Mittwoch stehen dann mit den deutschen Arbeitsmarktdaten für November, dem EU-BIP für das dritte Quartal und dem ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe für November eine ganze Reihe von wichtigen Daten an. Wichtigstes Ereignis bleibt jedoch die EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag, die andere Ereignisse an diesem Tag - wie die Siemens-Bilanzpressekonferenz oder das vorläufige Jahresergebnis von ThyssenKrupp - in den Hintergrund drängen dürfte. Mit den US-Arbeitsmarktdaten für November als weiterem wichtigen Ereignis endet die Woche.

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